König Ödipus

Das DVD-Produktionstagebuch

von Sven Schütze, Til Tessin, Gernot Hoersch, Joe Frohriep, Bodo Wartke

 

Dieses DVD-Produktionstagebuch dokumentiert die Entstehung der König Ödipus-DVD. Es beginnt mit einem Eintrag am 8. Juni 2009, berichtet über die Aufzeichnung im Schmidt Theater und den Verlauf der Postproduktion und die Veröffentlichung der DVD. Das Tagebuch endet am 21. Mai 2010 mit dem aktuellen Werkstatteinblick.

 


8. Juni 2009

König Ödipus Motiv 3

Ankündigung aus dem Elektrobrief Nr. 47 (Bodo)

Am Montag, den 24. und Dienstag, den 25. August werde ich im Schmidt-Theater in Hamburg mein Solo-Theater "König Ödipus" für eine DVD aufzeichnen.
Dieses Projekt war auf den Theaterzetteln, die's zur Ödipus-Premiere gab, noch für den November angekündigt worden, doch wir haben die Aufzeichnung in den August vorverlegt.

Diese Aufzeichnung wird etwas anders, als Ihr es von meinem Klavierkabarettprogrammen gewohnt seid: keine lustigen Scherze zwischendrin, keine Unterbrechnungen, keine Wiederholungen. Das liegt auch daran, dass es eben ein Theaterstück und kein Konzert ist. Ich werde das Stück von Anfang bis Ende durchspielen, als wären keine Kameras vor Ort, als wäre es ein ganz "normaler" Ödipus-Abend.

Damit ich trotzdem die Möglichkeit zur Wiederholung habe, zeichnen wir das Stück an beiden Tagen auf.

Der Vorverkauf (an der Ticketkasse und online) für die Aufzeichnung beginnt am Donnerstag, den 9. Juli, bitte ruft die freundlichen Damen und Herren an der Ticketkasse nicht vor diesem Zeitpunkt an.

19. Juni 2009

Vorbereitungen (Til)

Noch während Bodo auf dem Wege der Besserung ist, seine letzten "Ich denke also sing' ich"-Ersatzkonzerte statt "König Ödipus" gibt und der Fuß langsam heilt, laufen hier im Büro bereits die Vorbereitungen für die DVD-Aufzeichnung von Bodos Solo-Theater im August.

Sven hat bereits die ersten Planungsgespräche zum neuen Projekt geführt, so z.B.  mit Guido, unserem leitenden Kameramann und mit Kristina, die für die Podesterie und das Bühnenbild verantwortlich zeichnet.

Bereits im Boot ist Tim, unser Lichtdouble für die Kameraproben. Er hat bei Svens Film "Abbrechen/Aufbrechen" den Ton aufgezeichnet und gemischt. Außerdem konnten wir Nadine als Maskenbildnerin gewinnen. Bodo kennt sie von den Songs an einem Sommerabend, dort hat sie die Künstler geschminkt. Und Heike unsere Kostümbildnerin ist mit dabei, sie wird mit ihrer fliegenden Nähmaschine und dem Poket-Bügeleisen dafür sorgen, dass Bodos Bühnengarderobe filmtauglich bleibt.

Natürlich sind die Tonmänner von Zeigermann-Schmahl Volker, Stefan und Jochen für den guten Ton ebenso dabei, wie Bodos Tourtechniker Oli und Stefan, diesmal verstärkt durch den 3. Mann Florian.

Am 7. Juli wird Bodo zum ersten Mal nach der Verletzung mit "König Ödipus" wieder auf der Bühne stehen. Fast das komplette DVD-Produktionsteam wird dann im Saal sitzen und sich Gedanken & Notizen für die kommenden Aufzeichnungstage im Schmidt-Theater machen.

30. Juni 2009

Der Saal des Schmidt-Theaters, Hamburg
>> Der Saal des Schmidt-Theaters (Foto: Katrin Neumann, Schmidt-PR) <<

Der richtige Winkel (Til)

Heute sind Guido, unser leitender Kameramann und ich im Saal des Schmidt-Theaters gewesen. Wir haben uns dort mit Volker, dem technischen Leiter des Theaters getroffen, um über die möglichen Kamera-Standpunkte zu sprechen.
Guido hat eine Kamera, die wir auch bei der Aufzeichnung einsetzen wollen, mitgebracht und von unterschiedlichen Standpunkten aus Probeaufnahmen von der Bühne gemacht. Damit er nicht nur das stumme Klavier aus unterschiedlichen Blickwinkeln  filmt, sondern eine Ahnung von Bodos Bewegungen  auf  der Bühne bekommt, habe ich die verschiedenen Positionen der einzelnen Figuren eingenommen.

Auf der Basis dieses Materials können Guido und Sven auch die ersten künstlerischen Entscheidungen treffen und solche Fragen klären wie z.B. ob die Totale, die das gesamte Bühnengeschehen einfängt, besser auf einer Ebene mit der Bühne eingerichtet wird, also eventuell eine Kamera im  Parkett auf einem Podest steht oder ob eine leichte Aufsicht z.B. vom Balkon aus die richtige Perspektive liefert, die Bodos Schauspiel am Besten einfängt.
Neben den technischen und künstlerischen Fragen sind auch Belange des Hauses, z.B. Fluchtwege oder die Zugänge des Gastro-Personals zu berücksichtigen, wir können also nicht überall Kameras positionieren, auch wenn es vielleicht aus künstlerischen Erwägungen heraus ideale Standpunkte sind. Und nicht zuletzt wird ja Publikum im Saal sitzen, dessen Einschränkungen wir natürlich auch so minimal wie möglich halten möchten.

3. August 2009

Kameratechnik (Til)

In dieser Galerie sind ein paar Bilder zusammengestellt, die weitere Vorbereitungen zur DVD-Aufzeichnung zeigen, wie z.B. den Weißabgleich der Kameras und die Programmierung des Lichtpults. Die Aufführung am 7.7. war ja die erste von "König Ödipus" seit Bodos Fußverletzung und zugleich die letzte vor der Aufzeichnung.

Guido nutzte die Gelegenheit, viele Einstellungen und Abläufe mit Sven direkt an der Kamera zu testen. Dieses Ausprobieren und Abstimmen, z.B. allein das Synchronisieren zwischen Textbuch, Ablauf des Lichtplans und Guidos Aufzeichnungen für optimale Kameraeinstellungen, wird die sehr aufwendigen Arbeiten, wie z.B. Kamerafahrten und kooordinierte Schwenks sehr entspannen, denn Zeit für Tests und Kameraproben wird an den Aufzeichnungstagen trotz  guter Planung knapp sein.

25. August 2009

Die erste Aufführung (Sven)

Mannometer, war das ein Ritt gestern! Es ist schon immer sehr anstrengend, wenn am selben Tag alles aufgebaut und abends auch noch die erste Show gefilmt werden muss. Doch wir leisten uns bei dieser DVD zum ersten Mal zwei Aufzeichnungstage, da war ein dritter nur für den Aufbau einfach nicht mehr drin.

Überhaupt sind die zwei Aufzeichnungstage nur möglich, weil wir die ganze Produktion mit kleinerem Besteck angehen als die letzte („Noah war ein Archetyp“). D.h. es gibt keinen Kran, kleineres Kameraequipment, keinen Ü-Wagen und einiges andere weniger. Dass es trotzdem nicht weniger schön, sondern eher schöner aussehen wird, dafür sorgt unser leitender Kameramann Guido. Ich kenne Guido schon lange, wir haben schon viele Theateraufzeichnung im Rahmen meiner übrigen Tätigkeiten gemacht (zu sehen auf www.wortspiel.net). So kamen wir auch auf die Idee, dass wir diese Aufzeichnung hier nicht mit dem großen Aufwand der Klavierkabarettprogramme durchführen müssten, sondern uns auf unsere Wurzel und früheren Erfahrungen beziehen könnten.

Sven in der Bildregie vor den Monitoren
>> Sven vor den Monitoren in der Bildregie <<

Und dann ging's mit der Phantasie los. Und so wurde aus dem „kleinen Besteck“ dann Stück für Stück doch eine große Produktion mit sieben Kameras (zwei mehr als bei „Noah“), an denen vor allem wirklich sehr gute Kameramänner stehen, es gibt doch einen kleinen Regieplatz (mit Monitoren für fast alle Kameras, leider im Keller gelegen, ich habe dadurch recht lange Wege) und sogar eine Steadicam, eine mobile Kamera, die der Kameramann an einer Art Tragegerüst und -arm durch die Gegend führt, sodass sie wie zu schweben scheint.

Außerdem zeichnen wir mit modernster Kameratechnik auf. Vorbei sind die Zeiten der Bänder, gespeichert wird auf Speicherkarten. Die muss man trotzdem während der Show wechseln, sodass es zu den von der „Achillesverse“ bekannten Pausen während der Hälften kommt. Dann müssen die Karten sofort kopiert werden, denn am nächsten Tag werden sie wieder in den Kameras eingesetzt. Das macht mich zugegebenermaßen etwas nervös: früher nahm ich einfach die bespielten Bänder mit nach Hause, schloss sie im Lager ein und war zufrieden. Heute muss ich meine Rohdaten erstmal kopieren und darf dann nur mit Kopien arbeiten! Damit dabei nichts schief geht, gibt es einen Menschen, der alleine dafür zuständig ist. Sorgfältig wurden jeweils zwei Kopien gezogen, protokolliert und von mir sogar heute Morgen schon gesichtet, damit alles wirklich auf unseren Festplatten vorliegt, bevor es auf den Karten gelöscht wird.

Das Ganze hat natürlich den Vorteil, dass wir vor Beginn des Schnittes nicht erstmal knapp 40 Stunden Bandmaterial einspielen müssen, sondern alles schon auf Festplatte vorliegt. Außerdem können wir mit den neuen Kameras in HD filmen, was natürlich der Bildqualität auch auf einer herkömmlichen DVD zugutekommt. Und die Kameras passen von der Farb- und Blendenanmutung sehr gut zueinander, sodass mir in der Farbkorrektur viel erspart bleiben wird.

Das Schwert wird gefilmt
>> Beim Nachdreh wird das weggeschleuderte Schwert nochmal in Großaufnahme gefilmt. <<

Zurück zur Aufführung gestern: Es war ein lustiger Abend, ohne Frage. Aber ein guter Abend für eine DVD war das noch nicht. Bodo hat sich oft versprochen, in der Schlussszene ist das Schwert zu weit gerutscht und von der Bühne gefallen, sodass eine Zuschauerin es ihm zurückreichen musste. Er hatte als Sprecher auch nicht die Leichtigkeit des Erzählers, die er braucht, er hat gedrückt und behauptet statt schlicht zu erzählen, und das tut vor allem, wenn man ihn dabei in Großaufnahme sieht, nicht gut. Auch ich habe einiges bei meiner Regie verpatzt (es war meine erste Live-Regie) und auch die Kameramänner brauchten eine Weile, bis sie reingekommen sind. Es ist auch nicht einfach, eine einzelne Person so zu filmen, dass die Illusion erhalten bleibt, es wären mehrere Personen auf die Bühne, die sich miteinander unterhalten.

So haben wir den Montag nachträglich zu unserer Generalprobe erklärt. Eine schöne Generalprobe, und bekanntermaßen muss bei der möglichst viel schief gehen, denn genau das wird dann bei der Premiere bestens funktionieren. Und die ist heute.

Dafür werden wir noch ein paar Lichtkorrekturen machen. Und vor der zweiten Aufführung werden wir am Nachmittag zusätzliche Szenen vor allem aus der zweiten Hälfte des Stückes drehen, die ich so in der Aufführung nicht aufzeichnen kann oder bei denen die Gefahr besteht, dass auch heute Abend etwas schiefgeht.

26. August 2009

Die zweite Aufführung und die Nachdrehs (Sven)

Alles ist im Kasten! Und es war grandios! Begonnen hatte dieser hervorragende Dienstag mit einem sehr schönen, entspannten Dreh am Nachmittag ohne Publikum aber dafür mit Steadicam. Bodo hat vor allem Teile von Iokaste und Ödipus, besonders die Monologstellen kurz vor Schluss, sehr intensiv und ausdauernd gespielt, bis sie genau passten. Er kann das wirklich gut!

Dazu mussten wir sehr auf die Anschlüsse achten: hält er die Mütze genau wie in der Aufführung, ist das Haar so, wie es dann später sein wird, ist das Hemd schon aufgeknöpft, die Ärmel schon oben. Ganz konnten wir's natürlich nicht voraussagen: wie die Krawatte an diesem Abend auf den Boden fallen wird, weiß ich einfach nicht. Da muss man dann ein bisschen mit den Kamerawinkeln tricksen.

Um mehr Sicherheit im Anschluss zu bekommen, wechselt Bodo während der Aufführung dreimal das Hemd, auch während der Hälften (immer dann, wenn wir ohnehin wegen der Speicherkartenwechsel eine Pause machen müssen). Denn er schwitzt natürlich an allen Abenden unterschiedlich, und das wiederum kann ich bei unserem Dreh am Nachmittag, der ja quasi ein Vordreh ist, nicht simulieren.

Hemdwechsel hinter der Bühne
>> Heike, unsere Kostümbildnerin hilft Bodo beim Hemdwechsel <<

Der Abend selbst verlief wie am Schnürchen. Bodo hat fast alles richtig gemacht, und das ist bei über zwei Stunden alleine auf der Bühne eine Meisterleistung und „perfekt“ zu nennen! Ich bin sehr erleichtert, glücklich und auch stolz auf ihn!

Mir sind wieder ein paar Fehler unterlaufen, aber diese Stellen wiederum werde ich wohl mit dem Montag flicken können. Leider ist die Hintergrundbeleuchtung aufgrund unserer Umrichtung heute Nachmittag so anders als am ersten Tag, dass ich die totalen Einstellungen wohl nicht werde kombinieren können.

Wir haben bis nachts um halb zwölf gedreht! Nach der eigentlichen Show und der Zugabe kamen der Steadicam-Operator, seine Assistentin und ich auf die Bühne und wir haben eine Stelle in der Szene mit Teiresias nachgedreht, in der ich unbedingt das Publikum im Hintergrund sitzen sehen wollte. Das ging nicht während der Aufführung selbst (an anderen Stellen konnte ich Christoph auf die Bühne schicken, aber nicht hier). Da hierbei alle so toll mitgemacht haben, haben wir auch noch das Priesterlied erneut gedreht, diesmal mit der Steadi auf der Bühne und dem Blick über Bodo hinweg ins Publikum, das nochmal lautstark mitsang. Das wird toll in den Schnitt des Stückes passen!

Zum Abschluss und wie zur Belohnung für das lange Harren mit uns hat Bodo dann noch einen brandneuen Song gespielt – wir haben ihn natürlich mitgeschnitten und werden mal schauen, wie wir den noch auf der DVD verwenden.

Danach gab es noch einen Teilabbau, den Rest haben wir für heute Morgen stehen gelassen. Da haben wir uns dann nochmal im Saal getroffen und wieder Teile aus der Aufführung nachgedreht, in Perspektiven, die ich während einer Aufzeichnung nicht einnehmen kann. Diesmal ging's vor allem um die Sphinx und einige kleine Stellen aus der zweiten Hälfte.

Wie üblich beim Dreh haben wir nicht alles geschafft, aber das macht überhaupt nichts, denn die Aufführung am Dienstagabend war so gut, dass ich auf manche dieser Specials auch verzichten kann.

Ich freue mich sehr auf den Schnitt. Doch jetzt muss ich mich erstmal wieder um die anderen Projekte kümmern, die bei mir aufgrund der DVD-Vorbereitungen auf der Strecke geblieben sind, an denen meine Kollegen aber fleißig weitergearbeitet haben: Wir bringen ja noch ein Buch zu Ödipus und eine CD mit dem „Ich denke“-Programm heraus!

30. August 2009

Aufnahme mit der Steadi-Cam, Iokaste
>> Iokastes Gang über die Bühne. Christoph an der Steadi-Cam. <<

Ausschlafen und Luftholen (Til)

Hurra! Das Ding ist im Kasten, sprich auf Festplatten. Es war soviel digitales Datenmaterial aus sieben Kameras, dass Gitte, unsere Datentransferbeauftragte zwei Nächte bis morgens früh um vier die Daten kopiert und gesichert hat. Und an dieser Stelle sei verraten, wir haben nicht nur an jedem Abend eine Aufzeichnung vor Publikum gemacht, nein, es gab Dienstag und Mittwoch früh jeweils einen zusätzlichen Drehtermin von mehreren Stunden, um Einstellungen und Szenen zu drehen, die sich in einem laufenden Theaterstück nicht realisieren lassen, denn das hätte die Dramaturgie des Stückes zu sehr beeinträchtigt.

Bodo war tapfer, obwohl er kein Freund einstelliger Aufstehzeiten ist, war er wie alle aus dem Film-Team pünktlich am Set der Zusatz-Drehs, sodass wir unsere Zeit im Schmidt-Theater optimal nutzen konnten, und viele schöne zusätzliche Einstellungen drehen konnten.

Nun liegen die Aufzeichnungstage hinter uns und fast alle Beteiligten, übrigens 30 Personen, haben die vergangenen Tage genutzt, um mal wieder vor 3 Uhr morgens zu Bett zu gehen und einfach auszuschlafen. Sven und Gernot werden Euch in den nächsten Einträgen mehr über den Dreh und die Postproduktion erzählen. Habt Geduld, wir arbeiten nämlich parallel am Buch zu „König Ödipus“, das im Oktober erscheinen wird.

Ich möchte Euch an dieser Stelle den Montag, unseren ersten Aufzeichnungstag schildern, damit Ihr einen kleinen Einblick bekommt. Zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr früh klingeln eine ganze Menge Wecker in Hamburg und die einzelnen Teammitglieder machen sich auf den Weg.

Gernot, z. B. trifft sich gegen 8 Uhr mit Jojo bei MBF und Xinetix, den Firmen, die uns mit der Kameratechnik ausstatten, um beim Einladen und dem Transport ins Theater zu helfen. Dieses gesamte Equipment (sieben Kameras und Zubehör) wurde von Guido, unserem leitenden Kameramann am Wochenende zuvor durchgecheckt, und gekennzeichnet, um einen reibungslosen Auf- und Abbau und natürlich eine einwandfreie Aufzeichnung zu gewährleisten.

Großer Kameracheck
>> Großer Systemcheck <<

Volker, Jochen und Steffen machen sich mit dem Equipment für den Aufzeichnungston von ihrer Firma Zeigermann-Schmahl quer durch die Stadt auf den Weg. Im Pianohaus Trübger wird der Flügel in den LKW verfrachtet und festgezurrt.

Nachdem ich um 7 Uhr meinen halben Schreibtisch und den ziemlich verschlafenen Carl aus dem Büro mit dem Taxi ins Theater geschafft habe, mache ich eine erste Besprechung mit Katharina, meiner Kollegin, sie betreut unser Gastspiel im Schmidt. Während wir gemeinsam das Catering aufbauen, trifft Stefan, der Bühnenmeister mit seinen Kollegen, ein. Das Schmidt-Team baut das vorhandene Bühnenbild ab und Kristina, unsere Bühnenbildnerin hängt die Stoffe für das „König Ödipus“- Bühnenbild auf. Ihr Assistent Lennart fertig eine schwarze Kiste aus Pappe und Molton für Carl an, damit er bis zu seinem Auftritt unerkannt auf der Bühne sitzen kann.

Nachdem die Bühne hergerichtet ist, beginnt der Ausbau überzähliger Sitzreihen, die den Kamerapodesten weichen müssen. Ab diesem Punkt, es ist jetzt circa 8.30 Uhr passiert vieles gleichzeitig. Anke, die Bodo während der drei Tage betreut, bringt die bestellten 90 Brötchen fürs Frühstück. Der Flügel wird geliefert und auf der Bühne positioniert, die Podeste für die Kameras treffen ein und werden sogleich an Ort und Stelle im Saal von Kristina und Lennart aufgebaut. Volker und sein Team treffen ein und der Aufbau der Technik für die Tonaufzeichnung beginnt. Auf der Hinterbühne entsteht das mobile Ton-Aufzeichnungsstudio, im Saal, auf der Vorbühne und im Flügel werden Mikrophone angebracht und verkabelt. Diese Arbeit wird sich bis zum Abend hinziehen.

Eine Stunde später trifft Oli, Bodos Tourtechniker und seine Kollegin Christina vom Theater ein, beide beginnen das Licht, sprich, die Scheinwerfer einzurichten und das Lichtpult zu programmieren. Mittlerweile steht Tim, unser Lichtdouble im Ödipus-Kostüm auf der Bühne und wird von einer in die nächste Lichtstimmung geschickt. Das Einrichten wird bis ungefähr 13 Uhr dauern.

Tim, unser Lichtdouble
>> Tim, unser Lichtdouble in der Battle-Lichtstimmung <<

Gegen 10 Uhr treffen Klaudia und Sven ein. Klaudia dokumentiert die drei Aufzeichnungstage mit ihrer Digitalkamera. Sven, in seiner Funktion als Bodos Bühnenregisseur und Bildregisseur der Aufzeichnung beginnt in der großen Garderobe im Keller mit dem Aufbau seines Arbeitsplatzes, von hier wird er die Kameramänner per Funk dirigieren und ihnen sagen, welche Bilder sie aufzeichnen sollen.

Das Kameraequipment trifft parallel im Theater ein und Guido, Gernot, Jojo, Jochen, Christoph und Matze beginnen mit dem Aufbau der Kameras auf den Podesten und der gesamten Verkabelung. So bekommt z. B. Volker an seinem Tonpult auf der Hinterbühne, ebenso wie Sven, der in der Bildregie sitzen wird, Monitore, damit sie Bodo auf der Bühne sehen können.
Nachdem die Kameras aufgebaut sind, beginnt das Einleuchten für die Aufzeichnung, was 5 Stunden in Anspruch nimmt. Die Kameras werden synchronisiert und die Kameramänner mit Interkoms ausgestattet. Mittlerweile sind auch die Kameramänner Lemmy und Alex zum Team dazugestoßen.Rechtzeitig zum Einleuchten sind Nadine, unsere Maskenbildnerin und Heike, die sich um Bodos Kostüm kümmert, eingetroffen. Während Heike in der Garderobe die Hemden, Hosen und Westen, alles in drei- und vierfacher Ausfertigung, richtet, schaut sich Nadine das Licht an, um Bodos Schminke darauf abstimmen zu können.
Gegen 14.30 Uhr trifft Bodo im Theater ein und macht eine Begrüßungsrunde. Anschließend wird er von Sven über die Bühne geführt, denn bei der Aufzeichnung gibt es einige Besonderheiten z. B. Kabelwege zu beachten.
Das Einleuchten der Kameras dauert noch an, als gegen 16 Uhr der Soundcheck mit Stefan und Florian, Bodos Tourtechnikern, Sascha, dem Tontechniker vom Schmidt und Volker am Aufzeichnungston beginnt. Bodo spielt alle seine Instrumente an und es wird überprüft, ob alles richtig verkabelt ist und jeder, der Ton braucht diesen auch empfängt.

Bodo und Thomas machen Aufwärmübungen
>> Bodo und Thomas machen Aufwärmübungen <<

Dann heißt es „Ruhe bitte!“, denn Herr Priess, der Klavierstimmer beginnt mit der Flügelstimmung. Das Einleuchten geht per Interkom im Flüsterton weiter, während ein Teil des Teams Essen geht. Gegen 18.00 Uhr ist das Einleuchten beendet und Bodo kommt mit seinem Trainer Thomas auf die Bühne und beginnt mit den Aufwärmübungen. Heike reinigt das Lichtdouble-Kostüm, das als Notfallausstattung hinter der Bühne bereitliegen muss. Sven macht eine Regiebesprechung mit allen Kameramänner. Im Anschluss gibt es noch eine halbe Stunde gemeinsame Kamera-Schwenkproben bis 19 Uhr.
Um 19.20 Uhr wird Bodo von Anke in die Garderobe begleitet, wo ihn Nadine und Heike schminken und einkleiden werden. Die Bühne wird ein letztes Mal gewischt, der Flügel wird von Katharina poliert. Das Gastro-Team hat den Saal vorbereitet, die Kameramänner stehen auf ihren Positionen, denn die Kameras dürfen nicht unbewacht sein und dann beginnt der Einlass des Publikums in den Saal.
Und das war noch längst nicht alles, was zwischen 7 Uhr und 19.30 Uhr passiert ist, aber da es auch noch eine erste Bildergalerie geben soll, will ich an dieser Stelle aufhören.

31. August 2009

Aufnahme mit der Steadi-Cam
>> Rund um die Steadi-Cam: Alda, Bodo, Christoph und Sven. <<

Nachdrehs (Gernot)

Im Gegensatz zur DVD-Aufzeichnung der bisherigen Klavierkabarett-Programme von Bodo, handelt es sich bei „König Ödipus“ um eine Theateraufzeichnung. Dies bringt konzeptionell ein paar Unterschiede mit sich, denn der Anteil der szenischen Darbietung ist, im Gegensatz zur musikalischen, sehr hoch. Der Dreh hat daher mehr den Charakter eines Filmdrehs als – wie sonst bei Bodo üblich - den eines Konzertmitschnitts.
Deshalb nutzten wir am Dienstag Nachmittag und Mittwoch Vormittag die Gelegenheit, ganze Szenen oder einzelne Stellen ohne Publikum nachzudrehen. Dies ermöglichte uns einerseits, Fehler, die Bodo bei der Aufführung gemacht hat, zu korrigieren, andererseits jedoch auch, die Kamera auf die Bühne zu bringen und Bodo aus der Nähe zu filmen, um z.B. eine größere Intimität herzustellen, die manchen Szenen mehr Intensität und Tragik verleiht. Sven als Regisseur und Guido als leitender Kameramann hatten vorab einen Plan erstellt, welche Kamerapositionen sie noch einbauen wollten und so musste Bodo ohne Publikum nochmals ran.

Es war sehr interessant, einmal so nah die Arbeit auf einem Film-Set mitzubekommen, denn der Aufwand, um einzelne Szenen zu „schießen“, also mit der Kamera einzufangen, ist immens und verlangt allen Beteiligten ein hohes Maß an Konzentration und Geduld ab.

Das Ganze lief in etwa nach folgendem Schema ab:
Zunächst wird die Szene gestellt, d.h. ein Double oder Bodo selbst muss sich an der richtigen Position platzieren, um die Kameras einzurichten. Wir haben bei den Nachdrehs eine Steadi-Cam im Einsatz. Dies ist eine Kamera, die auf einem Gestell vor der Brust des sog. Operators sitzt und sich frei bewegen kann. Hierzu muss Sven zunächst mit Christoph, dem Steadi-Cam Operator die Kamerabewegung absprechen. Seine Assistentin Alda muss hierbei die „Schärfe ziehen“, also mit einer Fernsteuerung das Objektiv scharf stellen. Da sie meist nicht auf einen Monitor schauen kann, sondern sich mit der Kamera mit bewegt und diese während einer Einstellung mehrmals die Entfernung zum Objekt ändert, misst Alda vorher mit dem Double die verschiedenen Entfernungen, um beim „Schuss“ genau zu wissen, welche Schärfeneinstellungen an welcher Position benötigt werden. Wenn allen klar ist, wie die Kamera sich zu bewegen hat, gibt es zunächst eine Probe. Bodo spielt die Szene durch und die Kamera simuliert eine Aufnahme. Danach gibt Sven dann das Kommando: „Alles auf Anfang, wir drehen!“

Gernot schlägt die Klappe
>> Gernot schlägt die Klappe. <<

Dann muss die Klappe geschlagen werden und Bodo spielt die Szene. Hierbei kommt es jedoch häufig zu mehreren Versuchen (sog. „Takes“), denn manchmal benötigt der Schauspieler ein paar Wiederholungen, bis seine Darstellung dem Regisseur gefällt. Manchmal benötigt auch die Kamera ein paar Versuche, alles optimal einzufangen. Geduld ist also gefragt. Besonders knifflig sind bei Nachdrehs sogenannte Anschlussfehler. Dadurch, dass man die Szenen nicht in der dramaturgischen Reihenfolge sondern der Wichtigkeit nach dreht, um bei einem Zeitengpass wenigstens die wichtigen Elemente geschafft zu haben, muss man immer genau darauf achten, wie die Kleidung von Bodo sitzt, wie er die Mütze vor der Szene getragen hat, welche Requisiten an welcher Stelle auf der Bühne liegen, wie die Lichtstimmung ist etc.

Ein paar Mal fallen uns derlei Details gerade noch rechtzeitig auf, einmal müssen wir eine Aufnahme tatsächlich aufgrund der falsch sitzenden Mütze wiederholen.
Doch alles in allem hatten wir zwei produktive Nachdrehs, deren Bildmaterial die DVD bereichern wird. Vielen Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten für die gute Arbeit.

7. September 2009

Neue Einblicke (Til) Und hier die ersten Fotos, die Klaudia vom Set der DVD-Aufzeichnung gemacht hat.

8. September 2009

Joe in der Schneidekammer
>> Joe am Avid in der Schneidekammer <<

Die Postproduktion beginnt (Sven)

Zwei Wochen sind fast schon rum seit der Aufzeichnung, ich habe ein paar Tage Urlaub gemacht, um mich zu erholen, die übrigen Projekte vorangetrieben und heute saß ich zum ersten Mal in unserem Schneideraum an meinem neuen Schnittcomputer. Wir haben mittlerweile einen richtigen Avid in unserem Büro stehen – aber das ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn die neuen Kameraformate sind auch für Avid Neuland, und obwohl das System sehr etabliert ist und 90% aller Hollywood-Produktionen darauf geschnitten werden, haperts an diesen neuen Schnittstellen noch gehörig. So habe ich also die meiste Zeit mit Fehlersuche und -analyse verbracht, anstatt mir Bodo anzusehen. Frustrierend, aber Teil der Arbeit.

25. September 2009

Der Rohschnitt steht!

(Sven) Ich habe irgendwann einfach das Problemlösen auf später verschoben (schließlich muss ich vor März ja nicht wirklich in HD ausspielen, und genau da gibt es noch Schwierigkeiten) und mir lieber Bodo angesehen. Das hat – erwartungsgemäß – viel Spaß gemacht!

Rohschnitt heißt, ich habe entschieden, welche Takes ich grundsätzlich montieren will, habe diese hintereinander gelegt, ohne auf das genaue Timing zu achten, nur um den Fluss spüren zu können, den das Ganze bekommt. Auch technische Pausen sind alle noch drin, von manchen Szenen gibt es noch verschiedene Fassungen, zwischen denen ich mich entscheiden muss (oder mit Bodo gemeinsam).

König Ödipus in der Battle
>> König Ödipus in der Battle <<

Ich schneide ausschließlich am zweiten Abend, dem Dienstag entlang. Nur, wenn es hier Schwierigkeiten gibt oder wenn der erste Abend überragend besser ist, wechsle ich dorthin. Die „Battle“ ist tatsächlich am ersten Abend durchgehend besser gefilmt und gespielt; beim Arzt bin ich noch am Überlegen; das erste Lied habe ich komplett aus dem Nachdreh am Mittwochmorgen genommen (es war Bodos ausdrücklicher Wunsch, das nochmal zu drehen, und es hat sich sehr gelohnt; er war wohl morgens um 8 noch so müde, dass er richtig schön „layed back“ gespielt hat, was genau das Richtige für dieses Lied ist!).

Bei der Battle habe ich beide Abende kombinieren können; ich habe mich entschieden, dem Musikstil entsprechend zu schneiden: sehr schnell. Ich nenne das den SpeedEdit. Ich hoffe, dass es Bodo auch gefällt. Er sieht erst meinen fertigen Feinschnitt, bei dem ich alle Einstellungen entschieden habe und alle Schnitte (etwa 1.000 an der Zahl übrigens) genau im richtigen Timing sitzen. Damit fange ich jetzt mal an.

Übrigens habe ich diesmal eine neue Hilfe beim Projekt: Joe ist unser Postproduktionsleiter. Das ist sehr praktisch, denn so muss ich die Terminplanabstimmung nicht mehr alleine machen, sondern habe jemanden, der mich kontrolliert und im Falle dafür sorgt, dass bestimmte Arbeiten anders verteilt werden. Außerdem hat er auch die Aufgabe übernommen, das Interview zu produzieren, das wir am kommenden Freitag drehen werden.

2. Oktober 2009

Der Interview-Dreh (Sven) Das war wiedermal ein toller Dreh. Wir haben uns in einem kleinen Photostudio in Hamburg am Mittelweg getroffen und dort mit vier Interviewpartnern (Bodo, Carmen, mir und Katrin, einer Journalistin, die sich ausgiebig mit Bodos „Ödipus“ befasst hat) und vier Kameras ein Interview zu Ödipus, dem Entstehungsprozess, dem fertigen Stück und unserer Arbeit daran aufgezeichnet. Guido war auch wieder dabei, außerdem Florian, der auch schon am Nachdrehmittwoch bei der Aufzeichnung dabei war.

Die erste Stunde war etwas stockend, doch die zweite verging wie im Flug. Plötzlich wedelte Joe wie vereinbart mit einer neuen Kassette, um den nach einer Stunde nötigen Bandwechsel anzuzeigen, und ich erschrak, dass schon so viel Zeit vergangen war. Man wird dem Interview unsere Lockerheit im Gespräch sicher anmerken. Im Anschluss hat Katrin auch noch Carl, den Löwen interviewt. Was dabei herausgekommen ist, verrate ich nicht, das seht Ihr auf der fertigen DVD. Ich freue mich darauf, das zu schneiden. Doch jetzt erstmal weiter mit dem Feinschnitt.

10. Oktober 2009

Der Feinschnitt ist abgeschlossen (Sven)

Heute habe ich nochmal einen ganzen Tag am Avid verbracht. Ich habe die gesamte Aufführung nochmal getrimmt, das heißt jeden Schnitt bildgenau (jede Sekunde hat 25 Bilder) an die Stelle gesetzt, an der er rhythmisch und inhaltlich sitzen muss.

Ein Beispiel: Es hat große Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Figur, wann ich während Bodos Wechsel hin- und wieder wegschneide. Das lässt sich nicht pauschalisieren und ist von der Situation abhängig. Einfach zu sehen ist es bei Ödipus am Ende, wenn er geblendet, voll Trauer, mit Schmerzen und orientierungslos in der Gegend herumsteht und Kreon ihn findet. Ich darf auf keinen Fall in die Einstellung für Ödipus schneiden, bevor Bodo nicht den Wechsel in die Figur vollzogen hat. Das Wechseln der Figuren ist ohnehin nicht ganz leicht; der Zuschauer muss genau für diese Zeit vergessen, dass Bodo da ist, er muss den Wechsel quasi aus dem Bewusstsein und der Wahrnehmung blenden, die Augen innerlich schließen oder ihn nachträglich schnell vergessen, denn sonst geht die Illusion verloren und das Mitfühlen mit den Figuren wird erschwert. Es sei denn natürlich, die Wechsel sind das, was die Szene ausmacht, auch solche Stellen gibt es ja. Dann darf der Zuschauer gerne mal für einen Moment Bodos Virtuosität bewundern, aber auf Dauer und für die Figuren und deren Glaubwürdigkeit muss der Wechsel fast unsichtbar werden.

Im Theatersaal machen die Zuschauer das fast automatisch. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ist der Wechsel etabliert und damit fester Bestandteil der Darbietung, der Zuschauer übersieht ihn sozusagen. Theater ist eine sehr emphatische Angelegenheit, der Zuschauer ist ganz und gar da, erlebt den Abend im selben Saal wie der Schauspieler, kann ihn atmen hören und förmlich schwitzen riechen. Diese Nähe fehlt beim Filmerleben; Zuschauer sitzen vor dem Fernseher in einer distanzierteren und damit analytischeren Haltung. Sie sehen auch mehr, nicht nur, weil sie näher dran sind am Geschehen. Insofern muss mit den Wechseln anders umgegangen werden.
Wenn ich in Ödipus' Naheinstellung zeige, wie Bodo in die Figur wechselt, springt der Zuschauer innerlich weg, oder er tut gar nichts. Auf jeden Fall nähert er sich nicht an, was ich aber erreichen will, denn ich will sein Mitgefühl für Ödipus erregen. Also lege ich die Wechsel immer eher in die Kameraeinstellung, in der ich Kreon zeige. Den habe ich ohnehin etwas weiter weg, also mehr Körper im Bild, da ist ohnehin eine größere Distanz da. Erst wenn Bodo vollständig in Ödipus gewechselt ist (Drehung, Sonnenbrille, Blick geht zu Kreon), dann schneide ich in die Nahaufnahme von seinem Gesicht. Man kann sagen, Ödipus bleibt dadurch als Figur innerhalb seiner Perspektive integer und erhalten, ich breche die Figur nicht auf. Der Zuschauer kann sich ihm annähern, Ödipus bleibt glaubhaft, denn Bodo bleibt jederzeit in der Figur, solange ich ihn sehe.

Ganz so einfach wie beschrieben ist es natürlich nicht an allen Stellen. Denn Bodo weiß intuitiv um die Schwierigkeit dieser Wechsel und die Gefahr, die darin liegt, dass der Zuschauer den Kontakt zur Figur verliert, während er von einer in die andere wechselt und das Gegenüber dann ja auch nicht zu sehen ist. So „verschleift“ er viele Wechsel. Er fängt die folgende Figur schon während der Drehung oder sogar davor an zu spielen, er spricht sogar nicht selten schon in der Drehung. Für die Theateraufführung ist das richtig, im Filmschnitt macht es mir die Sache manchmal etwas schwierig. Denn vom Timing des Schnitts her müsste ich vielleicht schon in die Einstellung von, sagen wir, Teiresias wechseln, der auch schon spricht, aber mir in der ihm zugeordneten Kamera noch den Rücken zukehrt.

Aus all dem ergab sich die Überlegung, bestimmte Wechsel in der DVD-Fassung einfach nicht zu zeigen. Das ist ein interessantes Experiment, ich arbeite gerade anhand einiger ausgewählter Szenen daran und an der Frage, wie konkret die Umsetzung aussehen kann. Manche Wechsel wegzulassen, bringt mich spontan zum Lachen, z. B. wenn Kreon das Orakel in seiner „Nobody knows the trouble I've seen“-Elegie unterbricht. Andere funktionieren nicht so gut, z. B., weil Bodo den Wechsel verschleift. Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus, nur einige ganz bestimmte wegzulassen; da ist dann die Herausforderung, es so zu tun, dass es den Zuschauern nicht wie ein Bruch vorkommt.

Mal sehen, was ich jetzt als nächstes schneiden werden – erstmal ist Wochenende.

9. November 2009

Es geht voran (Bodo)

Sven kommt im Moment absolut nicht dazu, am DVD-Tagebuch zu schreiben. Wir kommen gut voran, doch er sitzt tatsächlich Tag um Tag, Stunde um Stunde am Schnittplatz.

Was er sich da ausgedacht hat, hat mich beim ersten Sehen wahnsinnig überrascht. Er meint es wirklich ernst, wenn er sagt, die DVD werde streckenweise mehr wie ein Film aussehen als eine Theateraufzeichnung. Es ist ein großes Experiment, das viel Sorgfalt erfordert. Und so wie es bisher aussieht, wird es sich lohnen.

Gerade erzählte er mir am Telefon, dass die neueste Fassung jetzt auf DVD gebrannt wird. Ich werde sie mir also direkt nach meiner Rückkehr aus Süddeutschland ansehen können. Ich bin sehr gespannt.

Dann treffen wir uns noch einmal im Rahmen der Auftritte in Hamburg zur letzten Sitzung am sogenannten "Final Cut". Dann geht dieser Final Cut zu Stefan in die Mischung und Sven beginnt mit der Arbeit an den Spezialeffekten und der Farbkorrektur. Gleichzeitig sprudeln bei uns die Ideen für's Bonusmaterial.

20. November 2009

Sven, Bodo und Joe im Schnitt.
>> Sven, Bodo und Joe vor dem Avid. <<

Wahnsinn! (Joe)

Bodo, Sven und ich (Joe der Postproduktionsleiter) sind am Dienstagnacht, so gegen 02:30h (nach dem 2. CD-Release-Auftritt im Alma Hoppe, soviel zur gerne unterstellten Sicht, die Arbeit in einem Kreativberuf sei voller Müßiggang), doch tatsächlich mit einer abgearbeiteten Liste von Schnittänderungen auseinandergegangen. Sollte uns jetzt beim nochmal drüberschauen nichts mehr auffallen, dann ist der Hauptschnitt in seiner finalen Version. Ein gefährliches Wort, liegt doch in jeder Postproduktion dann ein Ordner mit dem Namen "Finalfinale Version" und "Finalfinalefinale Version" etc. herum ...

Bis hierhin war es ein spannender und z.T. auch durchwachsener Prozess bei dem sich recht schnell herausstellte, dass meine Funktion als Postproduktionsleiter im Moment nicht nur im Planen und Überwachen der einzelnen Arbeitsschritte besteht, sondern auch darin den Entscheidungs- und Abstimmungsprozess zwischen Sven und Bodo zu moderieren. Deren, seit Jahren gewachsene Zusammenarbeit - die für mich in „König Ödipus“ gipfelt, zeigen sich doch hier der Theaterregisseur Sven und der Entertainer Bodo in perfekter Symbiose - ist nicht frei von Rollenkonflikten, da sich die beiden beispielsweise sowohl als Regisseur / Cutter und Schauspieler, aber auch als Autor und Produzent, sowie natürlich beide als Geschäftsführer und Herausgeber der DVD begegnen.

Es ist aus der eigenen Sicht nicht immer leicht den objektiven Blick auf den Filmschnitt zu behalten, zu sehr "kontaminiert" man die eigene Wahrnehmung mit jeder Überprüfung einzelner Schnitte. Der eigentlich gründlich gemeinte Versuch einen gegeben Schnitt bis zur Perfektion zu trimmen, wird dann eventuell mit jeder Überprüfung "unsehbahrer". Man liest manchmal von Filmcuttern, die wochenlang gar nicht auf ihr Werk schauen, um es dann wieder mit frischen Augen betrachten zu können (Das wollen wir uns aber nicht rausnehmen, immerhin sollt ihr die DVD ja auch schnellstmöglich sehen). Auch mir ging es deshalb mit dem Schnitt nicht anders, und die Zeitwahrnehmung des Theaters in die des Films zu überführen ist auf jeden Fall ein komplexer Prozess. Um so schöner, wenn wir uns bei einzelnen Schnitten über die Art der Manipulation so schelmisch freuen konnten, wie das bei vielen Schnitten der Fall ist.

Doch zurück zur Entscheidungsfindung. Bei diversen Musikvideo- und Werbefilmproduktionen, bei denen ich bisher an diesem Prozess teilgenommen habe (oder teilnehmen musste, je nach Blickwinkel), ging es fast immer um den Widerstreit zwischen der künstlerischen und der finanziellen Sicht auf das Werk. Die Regisseure und Cutter haben meist die subtilere, schönere Variante eines Spots / Videos bevorzugt, die Agentur und / oder Marketingabteilung wollte es immer gerne etwas lauter und "auf die Zwölf", damit die "Message" auf jeden Fall ankommt. Das für mich Neuartige und die große Chance bei Reimkultur ist, dass man es sich hier erlauben kann, eine rein künstlerische Entscheidung zu treffen, um einfach das in den eigenen Augen Beste herauszuholen. Und für jemanden wie mich, der neu zum Team dazugestoßen ist, ist es großartig und toll zu erleben, dass es möglich ist Werke zu produzieren, die es sonst so nicht gibt.

Sven und Bodo sind sich in meinen Augen bei dem Entwicklungsprozess ihrer unterschiedlichen Rollen klarer geworden, sodass es zum Ende hin immer leichter wurde, noch anstehende Änderungen durch die diversen Augen zu filtern.

Letztlich motivieren sich die beiden gegenseitig ihr Bestes zu geben, und dies ist hier auf jeden Fall geschehen. Seid gespannt auf eine DVD-Aufzeichnung, die keine ist, sondern die filmische Interpretation von Bodo in 14 Rollen ...

26. November 2009

>> Bodo und Sven bei den Istrumentalaufnahmen am Flügel. <<

Instrumentalstücke (Joe)

Am Montag haben wir vor dem Auftritt in Alma Hoppes Lustspielhaus (ich nehme nochmal Bezug auf den u.a. Punkt Müßiggang, siehe 20.11.09) aus dem "König Ödipus" drei Stücke instrumental aufgenommen, um sie für die DVD als Soundtrack zu haben, zum einen für den Abspann, zum anderen als Hintergrundmusiken für die DVD-Menüs.

Bei der Noah-DVD lagen solche Einspielungen bereits vor der DVD-Produktion vor, weil Bodo sie mal aus lauter Lust und Laune mit Sonja, unserer tollen Tonmeisterin in Berlin, aufgenommen hatte. Da uns selbst und Euch die DVD-Menüs mit Musik so gut gefallen, und die Stücke auch bei uns im Büro ständig mal wieder im Hintergrund laufen, wollen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, und auch die schönen Ödipus-Melodien festhalten und verwenden.

Unser Tonmann Volker hat mich als Nicht-Musiker wieder tief beeindruckt, da er sich unter anderem zwischen zwei Takes merken kann, ob Bodo das Tempo verändert hat (er muss also ein Metronom mit Speicherfunktion im Rhythmusteil seines Kopfes haben), sowie die von ihm irgendwann gemachte Aussage, das Klavier würde sich jetzt verstimmen ... (für mich klang es exakt gleich). Volker saß nebenan im Backstagebereich und sprach zu uns über einen auf der Bühne neben dem Klavier stehenden Lautsprecher. Dies führte dazu, dass wir - und vor allem Bodo - dann immer mit der schwarzen Kiste sprechen musste(n). Das könnt Ihr im Video sehen, viel Spaß.

15. Dezember 2009

Final Cut F1 - LOCK! (Sven)

Joe hatte recht: der Final Cut ist nicht der Final Cut. Ich habe die Sequenz nachträglich in Final Cut RC2 (Release Candidate 2) umbenennen müssen, denn wir haben doch noch ein paar Änderungen gemacht. Es folgt eine RC3, und nun, seit heute morgen um 11 Uhr, ist der Schnitt doch endlich ein Final Cut, ich nenne ihn F1 (wer weiß, wieviel Fs noch kommen). Und LOCKED. Jetzt darf nichts mehr verändert werden, denn nun werden Ton und Bild getrennt: der Ton geht in die Mischung zu Stefan, und sollte ich jetzt noch etwas am Bild ändern, wäre der Ton nach der Rückgabe nicht mehr synchron zum Bild.

Dieser Schnittprozess hat über 9 Wochen gedauert! Das ist Rekord. Den kompletten Schnitt des Noah-Konzertes, das mal eben 30 Minuten länger ist, habe ich innerhalb von 6 Wochen erledigt. Doch dieses Ding hier ist einfach mal um so vieles komplexer als ein Klavierkabarettabend! Oder anders gesagt: es ist meine Entscheidung und unser aller freier Wille, es komplexer zu machen als es sein müßte.

>> Werkstatteinblicke Folge 1 <<

Denn ich will keine 1:1-Abbildung des Theaterabends auf die DVD bringen. Das fände ich langweilig - Theater abzufilmen ist immer ein fauler Kompromiss. Denn die fesselnde Atmosphäre, die dadurch entsteht, dass man mit dem Schauspieler gemeinsam im Saal sitzt, atmet und schwitzt, das Kribbeln, dass es jederzeit schief gehen kann, das kann man so nicht auf eine DVD übertragen. Und hier geht es ja anders als bei den Klavierkabarettabenden darum, eine Geschichte zu erzählen, die sich über fast 2 Stunden erstreckt. Da muss man filmisch schon ein bisschen was aufbieten, um die Zuschauer in den Bann zu ziehen.

Das tun wir mit einem sehr ungewöhnlichen Konzept für diese Aufzeichnung, das wir zu einem Teil schon vor der Aufzeichnung, zu einem großen Teil aber auch erst während des Schnittes entwickelt haben. Und diese Entwicklung hat so lange gedauert! Denn wie immer bei etwas Neuem, fehlt die Referenz. Man kann sich nur auf sich selbst verlassen, auf sein eigenes Bauchgefühl, um zu wissen, ob etwas gut ist, lebendig, passend, angemessen, "richtig", ob es "funktioniert". Das erfordert auch Mut, und den hatte nicht jeder von uns zu jeder Zeit. Und es erfordert immer wieder ein Aussetzen: sich dem Material, der Anforderung, dem Neuen, der Ungewißheit. Ich habe noch bei keiner der DVDs so oft die Vorversionen angesehen wie bei dieser, von der es auch noch nie so viele Stufen gab (Fein1-5, RC1-3, FinalCut: 8 Versionen und mindestens 8 Sichtungen).

Doch nun ist es so weit: Wir sind sicher. Wir haben entschieden. So wird es sein. Anders, außergewöhnlich, neu. Und vielleicht gefällt's nicht jedem, und zugleich sind wir uns sicher: Den allermeisten wird es gefallen.

Wir jedenfalls haben uns zwischendrin auch mal vor Lachen auf den Boden geworfen.

Was genau wir machen, seht Ihr in dem hier eingestellten Video. Es ist der erste von insgesamt vier geplanten "Werkstatteinblicken" zur Ödipus-DVD, die Euch eine Idee von unserem Arbeitsprozess vermitteln sollen und zugleich schöne "Teaser" auf die kommende DVD enthalten. Diesmal dabei: Ödipus, die Sphinx, Laios und als musikalischer Spezialgast: der Priester!

DVD Oedipus_Sven und Joe in Webi01
>> Sven und Joe am Avid für den ersten Werkstatteinblick <<
Der lange Schnittprozeß erklärt im Nachhinein auch, warum ich monatelang nicht zum Schreiben eines Produktionstagebucheintrags kam. Nun wird zwar kaum mehr Luft sein, denn unsere vielen Ideen wollen ja auch umgesetzt werden und das bedeutet in diesem Fall vor allem eine Menge Spezialeffektarbeit, aber zumindest mit den Werkstatteinblicken werde ich mich einmal im Monat bei Euch melden!

16. Januar 2010

>> Der zweite Werkstatteinblick <<

Der 2. Werkstatteinblick (Sven)

Der Schnitt ist zwar schon länger fertig (anders als im nebenstehenden Video behauptet), aber da wir wußten, dass Bodo zur Veröffentlichung des zweite Werkstatteinblicks im Urlaub sein würde, haben wir diese Episode vorproduziert. Eingefügt ist exklusives Material aus der DVD, das auch Einblick in das ganze Ausmaß der Spezialeffektarbeit gibt, die wir für unser außergewöhnliches Schnittkonzept gerade vornehmen. Die enthaltenen Clips sind allerdings noch im "Layout-Modus" gebaut, also längst nicht so geschickt, wie's nachher auf der DVD aussehen wird.

Außerdem seht Ihr einen Ausschnitt aus dem Making-Of mit Bodo, Carl und unserem Steadicam-Operator. Viel Vergnügen --- ich muß wieder in die Schneidekammer!

23. Januar 2010

7 Wochen bis Abgabe (Sven)

Nun sind es noch sieben Wochen, bis wir den DVD-Master fertig haben müssen, so daß er ins Preßwerk übergeben werden kann. Das ist nicht mehr v iel Zeit für all das, was wir vorhaben, uns so arbeiten wir wiedermal parallel auf mehreren Baustellen.

Im Moment sind alle bei uns im Büro mit  dem Projekt befaßt: Til bereitet die Promo-Arbeit vor, Gernot koordiniert die Gestaltung der Verpackung und auch den Satz der Noten, die als PDF auf der DVD zum Selbst-Ausdrucken enthalten sein werden. Klaudia ist gerade mit dem Erstellen der Bildergalerien aus den Photos, die sie selbst gemacht hat, befaßt, und Joe - neu im Team seit diesem Projekt - wechselt sich mit mir am Avid ab, um das Bonusmaterial zu schneiden (er macht das Making-Of, ich die Interviews).

Wenn dann noch Zeit ist, sitze ich schon an den Visual Effects für den Hauptfilm. Es sind weit über 200 Einstellungen (von insgesamt über 1350 im gesamten Film), die eine nachträgliche Bearbeitung bekommen. Das reicht von einfachen Bildverschönerungsarbeiten wie z.B. horizontale Ausrichtung von leicht geneigten Steadicam-Einstellungen, über das Retuschieren von ungewollten Bildinhalten wie Notausgangschildern und Treppenbeleuchtungen (sieht im Bild aus wie eine Landebahnbeleuchtung, weswegen das bei uns immer "die Landebahn" heißt) bis hin zu sehr komplexen Effekten wie dem Doppeln oder sogar verdreifachen von Bodo in den entsprechenden Szenen. Natürlich bewegt er sich dabei immer oder läuft sich auch mal selbst durch's Bild, so daß hier schon einiges an Handarbeit zu tun ist.

Zuletzt werden dann noch alle Bilder farbkorrigiert und farbgestaltet, auch das ist ein Prozeß, der gut und gerne ein paar Tage dauern kann.

Und heute habe ich eigentlich frei, also setze ich mich jetzt mal auf mein Sofa und lasse mich ein bißchen von Terry Gilliam inspirieren. Kennt Ihr "Tideland"? Ich noch nicht. Aber gleich.

15. Februar 2010

>> Werkstatteinblick Nr. 3 <<

Systemimmanente Abläufe (Joe)

Es gibt auf der DVD ein herrliches Interview mit Bodo, Sven und Carmen in dem die drei über die Entstehung von "König Ödipus", ihre Zusammenarbeit sowie über die Themen hinter dem Stück, v.a. den Schicksalsbegriff sprechen. Eine der zentralen Fragen ist die nach der Handlungsfreiheit des Menschen Konkreter, inwieweit man die Wahl hat, sein Leben selbst zu bestimmen trotz Eingriffen des Schicksals.

Übertragen auf den momentanen planerischen Stand der DVD-Produktion lässt sich Folgendes sagen: Das Schicksal eines Abgabetermins steht uns bevor, und wir nehmen uns dennoch die Gestaltungsfreiheit heraus, das Beste aus dem Material herauszuholen. Der Preis: Wir sind im Stress.Leider. Oder: wie immer: Oder: schon wieder ...

Die bevorstehende Deadline - und so wollen wir uns am Ende dann doch nicht fühlen - ist die inhaltliche Fertigstellung aller Bestandteile der DVD. Diese müssen wir der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) zur Prüfung der Altersfreigabe vorlegen, da der Inhalt von "König Ödipus" ja doch nicht ganz frei von Dramatik ist. Unglaublich, aber wahr für eine griechische Tragödie!

Die Veröffentlichung der gesamten DVD ist ja noch eine kleine Weile hin, habt Geduld, aber es gibt ja auch noch einen langen Rattenschwanz der rein technischen Fertigstellung. Beispielsweise: die Tonmischung abschließen, Titel fertigen, finale Farbkorrektur durchführen und Effekte einfügen, das Material skalieren und auf DVD-Format umcodieren, die DVD-Programmierung, die Masterbanderstellung und nicht zuletzt die Vervielfältigung.

Sven ist in der letzten Woche so gar nicht mehr aus der Schneidekammer gekommen und hat inzwischen einen guten Teil der Farbkorrektur sowie der Effekte des Hauptfilms bewältigt. Ferner ist das oben erwähnte Interview in einer langen und kurzen Fassung und Ausschnitte aus dem Hauptfilm für eine Zwischenveröffentlichung für die Presse fertig.

Für einen "König Ödipus"-Trailer steht ein Konzept, für den Antigonetrailer steht das Gerüst, weitere Trailer von Bodos alten Programmen sind rearchiviert. Das Design der DVD-Menüs ist fertig. Die Tonmischung für den Hauptfilm ist weit fortgeschritten und am 18.2. treffen wir uns mit Bodo für eine Abnahme des Materials.

Meine Baustelle Making-of ist im Fast-Feinschnitt abgeschlossen. Im dritten Werkstatteinblick könnt Ihr schon einen kleinen Ausschnitt sehen. Ihr werdet hinter die Kulissen geführt, und erfahrt, welcher Aufwand und Prozess hinter der Herstellung der DVD und der Aufzeichung steht. Tiefer als bei den vorherigen DVDs taucht ihr dabei in den Entstehungsprozess ein, und könnt uns über die Schulter schauen. Außerdem natürlich jede Menge Spaß mit verpatzen Szenen.

Der inhaltliche Schnittprozess des Making-of hat viele interessante Facetten, da es jeweils Material der Hauptkameras von den Theateraufzeichnungen und vom Nachdreh gibt sowie dokumentarische Aufnahmen der Making-of-Kameras. Interessant wird es natürlich, wenn man eine einzelne Szene so auflösen kann, dass man sowohl die fertige Szene, wie sie auf der DVD landet, als auch die zur Herstellung dieser Szene nötigen Aufnahmen und das Trara drum herum zeigen kann. Eine Szene setzt sich - im heftigsten Fall - aus Material aller Kameras zusammen. Hierbei steht man dann vor der Wahl, ob man szenenorientiert, und damit zeitlich und räumlich springend, oder zeitlich chronologisch arbeitet. Die Lösung - so scheint es vom jetzigen Standpunkt aus - scheint eine Mischung zu sein, bei der man ein rundes Bild der ganzen Szene bekommt. Seid weiterhin gespannt!

24. Februar 2010

DVD Oedipus_Joe Kamera Regieeinführung
>> Joe richtet die Kamera für meine Regieeinführung ein <<

Total gaga! (Sven)

Das ist echt so gaga! Keine vier Wochen mehr bis zur Abgabe der DVD und wir drehen immer noch. Wie sagt Peter Jackson so schön im Making-of zum dritten Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie, als man ihn und seinen Miniatures-DOP sieht, wie sie über den Boden rollende Totenschädel für die Special Extended Edition filmen: "This is probably the first movie ever to win the oscars before it's even finished." Gut, Oscars werden wir mit dieser DVD nicht gewinnen, aber bezogen auf den Zeitplan sollten wir mit dem Drehen auch schon längst durch sein.

Aber was würde dann aus all den schönen Ideen, die wir noch haben, und die uns auch erst während der Produktion kommen können, denn das Machen der DVD ist ja auch ein sehr inspirierender Prozess.

Ich hatte schon lange vor, eine Regisseurseinführung für die DVD zu sprechen. Schließlich machen wir ja einiges sehr anders auf dieser DVD, als man es von Bodo gewohnt ist. Und nicht dass ich nicht glaube, dass alle das großartig finden werden, so lag mir doch daran, zu erklären, wie es dazu kam und was aus unserer Sicht dahinter steckt.

Und da wir nun schon mal eine Kamera im Büro hatten und unser kleines Privatstudio aufgebaut haben, haben wir gleich noch einen ganz besonderen Einsatz für Carl den Löwen mitgedreht.

DVD Oedipus_Carl für MCM
>> Carl vor der Blackbox für eine Überraschungsaufnahme <<

Es gefiel ihm zwar nicht so gut, daß wir ihn dafür extra nochmal für einen Nachmittag aus Afrika einfliegen lassen mußten, aber er hat den Dreh dann doch sehr geduldig über sich ergehen lassen.

Große Fortschritte haben wir in Sachen Ton und Mischung gemacht. Was Stefan uns vergangenen Freitagmorgen für den Hauptfilm angeliefert hat, ist einfach der Hammer. Er verleiht jeder Figur einen eigenen Klang, er schafft es, subtil das zu unterstreichen und verstärken, was Bodo in der Stimmgestaltung jeder Figur anlegt, und hebt damit die Aufnahme auf ein Niveau, daß einem als Zuschauer vor dem Fernseher Angst und Bange werden kann. Da reden wirklich unterschiedliche Menschen miteinander - obwohl es immer derselbe Schauspieler ist!

Und wieder war es so: das zu hören, hat unglaublich viele Ideen in uns ausgelöst! So stand Bodo also am Samstag im Studio von Stefan vor dem Mikrophon und hat Nachsprecher gemacht. Geräusche, Laute, Stöhnen, Atmen, auch einen Schrei. Und in der kommenden Woche werden wir sogar noch zu einem Geräuschemacher gehen und uns von diesem noch viele, viele schöne Geräusche generieren lassen. Alles keine Effekte, alles nicht nur um des Effektes wegen, sondern um sanft zu unterstreichen, was Bodo für das Theater erfunden hat und was dort hervorragend funktioniert, für den Film aber eine leichte Verstärkung braucht.

Ich sage Euch: die Ausschnitte in den bisherigen Werkstatteinblicken sind nichts im Vergleich zu dem, was hinterher auf der DVD zu sehen sein wird.
Montag war ich dann gleich wieder im Studio bei Stefan. Ich habe mit ihm noch einige Sachen für die Mischung besprochen und dann den Audiokommentar für den Hauptfilm eingesprochen. Das war eine sehr andere Erfahrung als bei "Noah war ein Archetyp", denn ich hatte mir viel mehr ausgedacht als in die einzelnen Szenen paßte. Spontan zu kürzen und trotzdem natürlich in der Sprache zu bleiben, also zu denken und zu reden gleichzeitig, fiel mir vor allem am Anfang und vor lauter Aufregung sehr schwer. Am Ende ist etwas schönes entstanden, wie ich denke. Ich bin gespannt, wie es euch gefällt.

26. Februar 2010

Renderhühnerstall (Sven)

Ich sitze im Taxi auf dem Weg nach Hause. Mit dem Fahrrad war es mir zu gefährlich, hier in Hamburg frieren die Straßen schon wieder leicht ein.
Es ist schon eine eigenartige Zeit. Nachdem ich um 2 Uhr morgens meinen Avid ausgeschaltet habe, ging ich noch an meinem Büroschreibtisch vorbei und da hatte doch glatt Stefan zu nachtschlafender Zeit noch neue Musikmischungen aus seinem Zuhause-Studio in Bad Segeberg rübergeschoben. Das ist doch echt verrückt.

Je näher wir dem Abgabetermin rücken, um so mehr scheinen wir noch zu tun zu haben. Ich habe mir aus Jux noch mal die Doku zum letzten Teil vom "Herrn der Ringe" angesehen, in der sie genau über dieses Phänomen berichten. Am Ende sollte eben alles perfekt sein, da wurden keine Kompromisse gemacht. Hier noch ein bisschen, da noch etwas mehr, noch eine Idee. 7 Wochen vor Abgabe, noch 700 Effect-Shots zu erledigen, 6 Wochen vorher noch 800.
Nur, dass ich leider keinen habe, über den ich zur Not mal schimpfen kann, ich hab die Ideen ja meistens selbst.

Aber wie auch beim eben genannten Beispiel haben wir vorher leider gar nicht abschätzen können, wie viel Zeit wir brauchen würden. Zu vieles war wiedermal neu, vor allem der Umstand, dass wir in HD (High Definition) gedreht haben. Das schöne große, detailreiche Bild (mehr als 4-fache Größe eines Standard-Fernsehbildes) zwang unsere ganze alte Technik und unser bisheriges Wissen regelmäßig in die Knie. Unsere ganzen bekannten Arbeitsabläufe der vorigen DVDs funktionierten nicht mehr. Glücklicherweise hatten wir viel Hilfe von ehemaligen Kollegen von Joe; er erweist sich als Segen in der Postproduktion.

Mittlerweile arbeiten wir an drei Rechnern gleichzeitig. Alleine die Back-up-Kapazität beträgt 4,5 Terabyte (die einer von uns aus Sicherheitsgründen jeden Abend mit nach Hause nimmt - solange überhaupt noch einer nach Hause geht zum Schlafen). Heute richten wir einen Computer ein, der Tag und Nacht nichts anderes tun wird als Rechnen: alles Videomaterial, immerhin über 5 Stunden (!), von HD zu SD zu MPEG für die DVD, dazu unzählige Animationen und am Ende über 200 Bildeffekte. Obwohl's technisch gesehen eine Renderfarm ist, erschien uns der Begriff für unser kleines Büro zu groß. Also klebt jetzt ein Aufkleber drauf, auf dem "Renderhühnerstall" steht.

Und schlussendlich erweist sich wiedermal die alte 80:20-Regel richtig. Die ersten 80% dessen, was man erreichen will, kosten 20% der Gesamtzeit des Projektes. Hat man den Rohschnitt, ist man gefühlt schon wirklich weit gekommen, aber von da bis zum Final Master dauert es ein Vielfaches dieser Zeit. Für die letzten 20% zur vollen Zufriedenheit braucht man dann 80% der Gesamtarbeitszeit am Projekt. Es ist einfach ein Fakt.

Immerhin: Heute Abend werden alle - ich meine ALLE - Bestandteile beider DVDs in übersehbarer Form vorliegen. Wir werden eine Gesamtlänge der beiden Scheiben bestimmen können (noch nicht ganz definitiv, denn wir wissen bei manchen noch nicht, wie lang die Titelanimationen laufen werden). Wir müssen nämlich alle Bestandteile zur Prüfung an die FSK übergeben; immerhin sind die so freundlich, und prüfen die Einzelteile unabhängig von der fertigen DVD, sonst hätten wir die DVD drei Wochen vor Presswerkslegung vollständig fertig haben müssen.

Während die alles im Rohzustand (also ohne Titel, Farbkorrektur, fertige Effekte) sehen, musste für die Presse eine DVD erstellt werden, auf der man Ausschnitte aus dem Hauptfilm und dem Interview sieht, als wäre beides schon fertig. Das Fernsehen z.B. baut aus solch einer DVD einen Magazinbeitrag, da muss es natürlich chic aussehen! Diese zwei Abgabetermine standen sich diametral gegenüber: Auf der einen Seite alles fertigmachen, so schnell es geht, grob reicht, auf der anderen Seite ganz spezielle Teile (sekundengenau im Hauptfilm festgelegt) bis zum finalen Stand treiben, damit's toll aussieht. Das war echt stressig.

Doch wie gesagt, heute Abend ist beides durch. Die EPKs (Electronic Press Kits, wie's Neudeutsch heißt für die Presseexemplare) sind schon Anfang der Woche fertiggeworden, den letzten Teil für die FSK schaffe ich heute. Ab dann können wir uns in Ruhe (?) um die Fertigstellung der ganzen DVD kümmern, in einer Reihenfolge, die uns passt.

Doch es ist schon klar, dass wir hier bis an die Grenzen der Abgabetermine gehen werden. Das Bonusmaterial werden wir sechs Tage nach dem Hauptfilm im Presswerk einliefern, das Presswerk wird die Sachen nacheinander abarbeiten, um uns mehr Zeit zu verschaffen. Zur DVD-Premiere werden exakt so viele Kopien fertig sein, wie wir an diesem Abend für unser Team und die Gäste brauchen werden, der Rest wird erst in den Tagen danach ausgeliefert.
Das ist alles mit der ganz heißen Nadel gestrickt. Aber gut, es soll eben auch perfekt werden! Dieses Projekt von Bodo verdient es. Fünfzehn Jahre Entwicklungszeit und Ihr könnt es mit nach Hause nehmen. Das wird großartig!

P.S.: Vorgestern Nacht ist mir sogar noch ein Osterei eingefallen. Wir hatten schon mal eine Idee, haben die dann aber fallen gelassen, seitdem war der Posten leer. Jetzt hatte ich doch noch eine Idee, und sie passt perfekt in diese DVD rein. Ihr werdet schon sehen, aber erst müsst Ihr suchen!

1. März 2010

DVD-Previews (Til)

Schöne Sache! Bevor das Solo-Theater "König Ödipus" auf DVD für das Heimkino erscheint soll diese filmisch inszenierte Bühnenfassung einmal auf der großen Kinoleinwand zu sehen sein. So haben wir zwei Previews organisiert. Mehr dazu erfahrt Ihr hier!

16. März 2010

Eieieieieiei (Joe) - Ja. Also. Ist ja schon der 16. Ihr wartet auf eine Webisode. Ich habe hier vorgestern Nacht so zwischen 22 Uhr und 2 Uhr auch mal die Kamera auf Sven und die Rechner gehalten. Könnte auch witzig sein. Vielleicht auch nicht. Schwer zu sagen im Moment. Außerdem müsste es ja jemand schneiden. Bloß, dass wir uns grade massiv mit fehlgeleiteten Zeit- und Realitätsverschiebungen herumschlagen. Die Details sind schwer zu vermitteln. Nur soviel: Computer sind auch nur Menschen, und wenn man sich mit Ihnen auf die Reise begibt, dann wird man Erstaunliches ernten.

Fragwürdige Merkwürdigkeiten, die sich erfahrungsgemäß am Schluss in Wohlgefallen auflösen. Aber an dem Schluss sind wir noch nicht. Die Lernkurve ist nach wie vor so steil, dass wir die guten Gebirgswanderstiefel brauchen. Bitte habt noch ein wenig Geduld und wartet mit uns ab, bis der Druck von uns weicht, und wir über all das Lachen können. Dann wird die Webisode bestimmt auch lustig ;)

17. März 2010

Veröffentlichung der DVD (Til) Die offizielle Handelsveröffentlichung der Doppel-DVD liegt nun auf dem 3. Mai und dann gibt es die Scheiben natürlich auch auf der Tour und im Online-Shop. Dort könnt Ihr ab dem 26. März bereits vorbestellen und erhaltet die "König Ödipus"-DVD sogar vor dem 3. Mai, denn Bodos Online-Shop bekommt den ersten Schwung der frisch gepressten DVDs noch vor der Handelsauslieferung.

Die letzten Tage und Stunden

Diesen Spruch, den uns Katrin über's Gästebuch schickte, stelle ich vornean, damit ich ihn immer sehe, wenn ich einen neuen Eintrag schreibe:

Eile ist der Versuch,
schneller als die Zeit zu leben.
Aber nur Gelassenheit und Ruhe
können aus einer Stunde zwei machen.

(Jochen Mariss)


>> Carl im Interview mit Katrin <<
Ich habe in letzter Zeit so oft über ihn gelacht, darum hier auch für Euch: Carl der Löwe im Interview, daraus zwei verpatzte Szenen. Viel Vergnügen!

17.03., 21h27: wir beginnen die letzte technische Sichtung des gesamten Hauptfilms, jetzt suchen wir nochmal nach Fehlern in jedem einzelnen Bild

18.03., 0h50: Session für heute beendet; der Hauptfilm sieht grandios aus; ein paar kleine Fehler noch, die kriegen wir noch hin (Jammern auf hohem Niveau); jetzt muß alles noch schnell auf die DVDs; aber erstmal schlafen, wenigstens fünfeinhalb Stunden, dann ist es wieder Zeit zum Aufstehen für die Kinder

18.03., 9h25: es geht wieder los, heute Abend muß ein erster Premaster, eine Scheibe mit Menü und allem, fertig sein; der Hauptfilm wird noch fehlen, der muß über Nacht erst von HD auf SD (Fernsehbild) umgewandelt werden, das dauert für 104 Minuten Laufzeit trotz hoher Rechenleistung rund 4einviertel Stunden

18.03., 10h17: Abspannkorrekturen gemacht: Ausblendeffekt der Abteilugnsleitertitel; eine Rechtschreibkorrektur und nochmal die gesamte Schriftgröße einen My erhöht zwecks Lesbarkeit; Abspannrendering dauert 2 Stunden 

18.03, 11h17: letztes Upgrade des Renderhühnerstalls vor dem finalen Rendering abgeschlossen; mehr Speicherplatz, Bluray-Brenner für die Herstellung der Vorführ-Bluray für die Kinos

DVD Oedipus_TB Letzte Tage 01

18.03., 11h37: Maschineneinrichtungen: jetzt gehen bald Ab- und Vorspann zum letzten Mal aus den Compositing-Programmen raus 

18.03., 12h54: Korrekturen am Abspann und Vorspann durchgeführt, die Schrift verglühte noch nicht schön genug vor dem Scheinwerfer aus dem Opener - Ihr werdet Augen machen 

13h25: Mittagspause; der Abspann rendert noch, jetzt ist an der anderen Maschine das Color Grading, die Farbkorrektur dran

14h20: Gespräch mit Stefan bezüglich der letzten 9 kleinen Mischungskorrekturen; er wird das noch heute umsetzen, spätestens morgen ist dann die finalfinale Mischung bei mir; gut, daß Ton separat von Bild in DVDs programmiert werden kann, das Bild muß nämlich dringend schon heute Nacht rendern

15h27: kurze Panik, weil die Bitrate der fertigen DVD nicht mit den Angaben im Encoder übereinzustimmen scheinen; dabei muß man sich doch hier - wie bei allem in diesem sehr technischen Bereich - an bestimmte Spezifikationen halten, damit alle DVD-Player die Scheibe abspielen können; jetzt läuft ein Analyse-Tool über den Film drüber, mal sehen, was das sagt

jetzt erstmal weiter mit der Korrektur an den Spezialeffekten

16h03: Problem geklärt, die Analyse-Tools haben ergeben, daß die DVD einwandfrei und gemäß den Richtlinien encodiert ist - man, ich dachte schon, ich bekäme sie postwendend vom Preßwerk als nicht zulässig zurück

17h30: neues Color Grading auf den Eröffnungs-Schuß gelegt, neu ausgespielt,jetzt wird er in den Vorspann reingerechnet; das wird wiederum etwa 2 - 2,5 Std. dauern; derweil am anderen Rechner: Spezialeffektkorrekturen 

DVD Oedipus_TB Letzte Tage 02
18h11: Da war doch glatt noch ein Punkt von Aldas Laserpointer auf Bodos Bein, den sie immer zum Messen der Distanz für die Schärfe der Steadycam benötigt. Ein Wunder, dass überhaupt nur einer im ganzen Material war, denn ich hatte ihr vorher keine Zeit mehr übrig gelassen, alle Einstellungen auszumessen, die zu filmen waren. Also erstmal: Hut ab! Und dann: weg damit!

19h01: 9 überarbeitete und 1 neuer Spezialeffekt rendern; die DVD-Menüs sind überfällig und ein Abendessen auch; laut Stefan kommt die Mischungsüberarbeitung gegen halb 9 hier im Büro an

20h50: die überarbeiteten Effekte sind eingebaut, die Mischung ist als nächstes dran, derweil mache ich noch zwei neue Retuschen, die sollen unbedingt noch rein; aber für ein Abendessen und dabei die Tagesschau im Internet-Livestream waren nebenbei möglich 

21h15: Wiedermal ein Softwareabsturz. Dank an die "Auto-Speichern"-Funktion, so ist wenigstens nicht die ganze Arbeit der letzten halben Stunde weg. 

21h59: das Rendering im Hühnerstall ist abgeschlossen, ich setz mich vom Zusammenbau des Hauptfilms vom Avid erst nochmal kurz rüber, mache Korrekturen am Carl-Vorspann, damit das dann wieder rendern kann (dauert bestimmt auch Stunden); wie's aussieht ist mit der Hauptfilm-Mischung aber alles glatt gelaufen 

23h09: So, Carl ist abgefertigt; eines der kleinen Extras, bei denen ich mich sehr auf die Reaktionen der Zuschauer freue, v.a. im Kino. Keiner weiß, was es ist; ein großer Spaß. Davon gibt's gleich mehrere auf der DVD. Zurück zum Hauptfilm, weiter mastern. 

DVD Oedipus_TB Letzte Tage 03
19.03., 0h10: Carl brauchte doch nochmal kurz eine Behandlung, jetzt rendert's nochmal; derweil sind in der Timeline für den Hauptfilm die finalen Export-Markierungen für die DVD gesetzt, d.h. die Länge steht, nachdem Vor- und Abspann eingebaut sind, aufs Frame genau fest: 1 Std.47 Min. 6 Sek. 9 Frames
DVD Oedipus_TB Letzte Tage 04

02h03: ha, da hat sich doch noch ein kleiner Fehler in den Abspann eingeschlichen, da kollidiert das Bild beim Aufziehen mit der ausblendenden Schrift von "Carl dem Löwen" (kann man auf dem Screenshot allerdings kaum erkennen); okay, den kleinen Schnipsel kann ich auch schnell nochmal machen; ansonsten liegt jetzt soweit alles in der Timeline; leider muß der Audiokommentar morgen noch mal überarbeitet werden

2h18: ich mache mir nochmal einen gemütlichen Tee, zünde mir mein Duftlämpchen an und mache wengistens einen ersten Entwurf für die Titeleinblendungen der Bonusmaterial-Filme; einen davon brauche ich nämlich morgen gleich für die Regieeinführung, die auf Scheibe 1 drauf sein wird; und Scheibe 1 muß ja am Montag fertig sein, sie geht als erstes raus, für Scheibe 2 habe ich dann noch bis Freitag Zeit

3h02: Während Herbert Grönemeyer den Vollmond besingt, habe ich doch noch 2 Retuschen gemacht; diese Treppenbeleuchtungen können einen ja wahnsinnig machen; warum darf man auch die Notbeleuchtung im Theater nicht ausmachen (ja, ich weiß warum); jetzt sind se jedenfalls weg. Und der Tee schmeckt auch gut. 

3h21: Der fertige Hauptfilm läuft zum ersten Mal aus dem System. 

3h28: ... und der erste Encoder hat seine Arbeit aufgenommen: jetzt wird aus dem HD-Bild (fast 2000x1000 Pixel) ein DVD-fähiges SD-Bild (für einen normalen Fernseher); das dauert ca. 4einviertel Stunden, das ist ungefähr genau die Zeit, die ich schlafen werde. Dann will mein großer Kleiner wieder in den Kindergarten gebracht werden. Gute Nacht!

9h50: Bin wieder da. Heute das große Thema: DVD-Menüs. Und der Hauptfilm muß nach MPEG für die DVD umkodiert werden. Dafür ist aber noch ein kleiner Test nötig. 

12h04: der Test läuft noch, ich fange trotzdem schon mit den Menüs an; die Audiokommentarmischung kommt gleich nochmal hier an; derweil macht Klaudia eine letzte technische Kontrolle am Hauptfilm 

13h20: wir werden das Encoding nach MPEG doch auslagern, es nimmt hier zuviele Ressourcen ein; die Abgabe ins Preßwerk wird auch nochmal verschoben werden müssen; "we push the deadlines" so weit es nur geht, oder wie Peter Jackson sagt: "Of course I deliver my movies in time, but I deliver them 'just in time'". Ich bin, ehrlich gesagt, 3 Tage hinter dem Zeitplan; bei nur noch 7 Tagen bis Abgabe eine ganze Menge; gesehen auf's Gesamtprojekt wiederum nicht verwunder- noch verwerflich 

14h48: mit nur 4 Stunden Schlaf kriege ich hier jetzt den Lagerkoller; ich muß hier raus aus der Kammer; wir bauen gleich den After Effects-Rechner vorne ins Büro direkt ans große Fenster um, Klaudia besorgt nur noch ein langes Netzwerkkabel, damit ich Verbindung zum Avid halten kann

15h40: So, ab jetzt sitze ich wenigstens für die Graphiken am großen Schaufenster, sehe das Tageslicht und rieche die frische Luft durch's Fenster. Den Avid lassen wir lieber hinten, das wäre dann doch zuviel Werbung im Schaufenster.

DVD Oedipus_TB Letzte Tage 05
16h13: sitze endlich wieder an dem, worum's wirklich geht: DVD-Menüs

16h35: nachdem Klaudia die letzten technischen Checks am Hauptfilm gemacht hat (und tatsächlich noch kleine Fehler fand), sitze ich nochmal dran; och komm, noch eine kleine Bildkorrektur ...; neue Mischung anlegen, ausspielen, rendern von HD auf SD, der ganze Durchlauf nochmal

17h51: zurück an die After Effects und den Menüs, die übrigens auch Grundlage für die Vor- und Nachtitel der Bonusmaterialfilme sind; darum muß ich damit jetzt mal zurande kommen 

19h45: Besprechung mit dem Encoder-Mann; noch kein zufriedenstellendes Ergebnis, weitere Tests müssen folgen; und wir dachten, wir wären damit schon längst durch, doof, daß das jetzt wieder zum Problem wird; die Software ist nicht zuverlässig, aber da's jetzt schnell gehen muß, können wir es uns nicht leisten, morgens reinzukommen und das Encoding wurde aus unerfindlichen Gründen nachts abgebrochen; jetzt gibt's selbstgemachten Bananenquark, das kühlt mich ab 

DVD Oedipus_TB Letzte Tage 06
21:30: laufe wiedermal zwischen mehreren Computern hin und her, Tests und noch mehr Tests machen; Til ist übrigens auch noch da und bastelt eifrig an der Website (hihi, ich weiß was, was Ihr noch nicht wißt); die DVD-Menüs für Scheibe 1 sind jedenfalls fast fertig, noch das Licht für die Animation des Hauptmenüs schön machen, dann geht's ab; über Nacht wird der Hauptfilm auf beiden Maschinen in zwei verschiedenen Settings gerechnet, mal sehen, wie's morgen am hübschesten aussieht; dann muß Gernot testgucken
DVD Oedipus_TB Letzte Tage 07
>> Das DVD-Disc-1-Hauptmenü, diesmal zum vergrößern <<
21h53: weil die Frage aufkam: eigentlich sollte die Disc 1 am Montag ins Preßwerk, aber wir können das bis Freitag schieben; dann allerdings muß sie gemeinsam mit der Disc 2 hin, also ob uns das hilft, wird sich noch zeigen

23h00: so, der Hauptfilm läuft; leider klappten nicht alle Tests; ich geh jetzt heim, heute will ich mal 8 Std. schlafen; morgen bin ich wieder hier - nachdem ich mit meinem Sohn ein Fahrrad (sein erstes!) für seinen Geburtstag beim Händler um die Ecke ausgesucht habe

20.03., 14h28: der Tag fing langsam mit ein paar mehr Tests an; die gute Nachricht: das Rendering des gesamten Films über Nacht verlief einwandfrei, nebenan sitzt gerade Gernot und macht eine Testsichtung des gesamten Films (und kann es kaum fassen, wie geil dieser Streifen geworden ist; endlich zahlt sich das ganze Gesummse um HD aus; hätte ich gewußt, wieviel Arbeit das werden würde, dann hätte ich das Experiment vielleicht nicht gewagt)

zwischendrin war ich dann wie versprochen Fahrrad aussuchen und dann noch mit allen essen, was sehr schön war; wenn Papa schon in letzter Zeit kaum zuhause ist, dann soll wenigstens zwischendrin mal Zeit für sowas sein

jetzt kommen wieder Menüs und Titel für das Bonusmaterial; eines davon ist nämlich auf de Disc 1, darum muß ich das jetzt mal zuwege bringen; bis später!

15h30: die ganze Zeit schaue ich auf den immergleichen Ausschnitt aus dem Film; vielleicht wollt Ihr ja auch mal draufschauen; hier ist ein Teil davon (ich will ja noch nicht alles verraten)

18h48: Gernot hat den Film fertig gesehen, es gibt immer noch ein paar Sachen, die man schöner machen könnte (allerdings ist das dann von 110 auf 112%, naja, es soll eben DER BESTE FILM werden, den Bodo je gemacht hat und hoffentlich auch den Ihr gesehen habt; okay, und ein bißchen tiefer gestapelt: es soll einfach beeindruckend und überzeugend sein); und da's im Moment an der Encoding-Testfront sehr gut verläuft, leiste ich mir eine weitere Korrekturschleife; gerade sitze ich noch an Tests für die Körnung auf Ab- und Vorspann (normales Film- und Videomaterial hat Körnungen bzw. Störungen ähnlich einem Farbrauschen auf digitalen Photos oder dem Filmkorn; man sieht das nicht bewußt, aber wenn das Filmbild wie im Fall unseres Abspanns direkt in einer künstlich erzeugten schwarzen Fläche steht, dann fällt es auf einmal auf; also legt man auf die schwarze Fläche und mithin alles, was man künstlich erzeugt, ebenfalls ein Korn oder im Fall von Video eine Störung drauf, damit der Kontrast nicht so sehr drauffällt; bisher war mir das egal (der Abspann von "Noah" hat auch kein Korn), aber da der Avid gerade nichts zu tun hat, während ich Menüs gestalte, lasse ich ihn einfach mal rechnen)

21h20: Zeit für ein Nachtmahl und ein paar Informationen, wie's in der Welt so ausschaut: tagesschau.de; und aus irgendeinem Grund rendert die neue Fassung von Carl nicht sauber; na, dafür komme ich mit den Menüs gut voran - es sind ja doch eine ganze Menge auf der zweiten Scheibe: wir haben insgesamt 167 Minuten Bonusmateria! Insgesamt laufen die beiden Scheiben fast fünf Stunden lang! 

23h46: bin immer noch in der Korrekturschleife für den Hauptfilm; zwei weitere Retuschen sind nötig; währenddessen immer noch Korn-Versuche; klingt alles sehr technisch jetzt; habe ich schon erwähnt, dass in dem ganzen Film rund 230 Effekteinstellungen drin sind? von einfachen Retuschen (Laserpointer) bis zu sehr komplexen Kompositionen mit mehreren Bodos und Zusammenfügen von Einzeleinstellungen in einem 3D-Raum mit bewegter virtueller Kamera zu einem einzigen Schuß 

21.03., 0h22: die Korrektur des Hauptfilms ist fast durch, ein kleines Stückchen des Abspanns muß ich noch neu rechnen und einbauen; ist echt wie ein Puzzle am Schluß; die komplexe Comp (Bodo-Doppelung), an der wir schon in der vierten Version basteln, habe ich auch fertig gemacht; ich hoffe, Gernot kann am Montag nochmal eine Fristverschiebung mit dem Preßwerk aushandeln, denn heute ist noch ein generelles Tonproblem aufgetaucht.

Ich dachte echt, nach der großen Noah-DVD-Produktion einen bombensicheren workflow zu haben; auf diesem und meinen Erfahrungen dabei fußte die gesamte Zeitplanung für dieses Projekt. Doch dann kam alles anders, denn mit dem neuen Ausgangsmaterial funktioniert nichts, aber auch gar nichts, was ich mir vorher alles in guten alten DV-Zeiten erarbeitet hatte; jedes Einzelteil muß getestet werden und funktioniert meist erst im dritten Anlauf; eine Menge Hilfe können wir von Freunden und Kollegen von Joe bekommen, aber die wissen auch nicht alles, weil auch für die viele Zusammenhänge neu sind. 

20h45: Was nicht ist, ist nicht. Ich brauche heute mal eine Pause. Ich wollte heute den ganzen Tag nicht weg hier von zuhause, und nun tippe ich diesen Tickereintrag auch vom Computer zuhause aus. Diese vielen Nachtschichten haben mich einfach geschafft, jetzt ist mal frühes Zubettgehen angesagt. 

Ist ja immer so eine Sache bei den Freiberuflichen: eigentlich könnte man immer arbeiten und es ist immer die eigene Entscheidung, ob man nun hingeht oder nicht. Man hat ja eigentlich alles in der Hand, aber irgendwie dann auch nicht, zumindest fühlt es sich nicht so an. Schließlich muß dieses Projekt ja nun zuende gebracht werden.

Aber hin oder her: schlafen tut not. Und die kommende Woche wird so anstrengend, da will ich nicht gleich mit einem Defizit starten. Und die Scheibe wird auch so grandios.

Notfalls eben mit ein paar Nachtschichten mehr ab Montag. Also, bis morgen! Gute Nacht!

22.03., 9h58: So, ich bin wieder da, alles ist aufgebaut, die ersten weiteren Tests rendern, das Rot in der Battle wird noch ein bißchen reduziert; Gernot redet gleich nochmal mit dem Preßwerk, wollen sehen, ob da nicht noch ein Tag rauszuholen ist; ich will nicht weniger als das Beste, was geht 

10h23: die gute Nachricht: Gernot hat uns ein Wochenende mehr beim Preßwerk rausgeholt; das ist dann aber letzter, letzter, allerletzter Abgabetermin, um noch pünktlich zum Release im Kino in Hamburg am 12.4. ein paar Scheiben da zu haben (es wird ohnehin nur eine Teilauflage fertig werden, genau so viel, wie wir hoffen zu verkaufen bzw. an diesem Tag ans Team verschenken wollen); wenn dann im Preßwerk was schiefläuft (eine Maschine fällt aus, ein Mitarbeiter zuviel wird krank oder was auch immer), platzt der Termin; wieder fällt mir "Der Herr der Ringe" ein: "If we miss this date, we miss release." Okay, wir haben keine Weltpremiere mit 100.000 Fans, aber immerhin einige, die sehnsüchtig warten. 

12h38: heute fängt wirklich alles etwas ruhiger an; Joe ist wieder da, das hilft, und ich habe 9 Stunden geschlafen, das hilft auch immens; jetzt haben wir auch eine total finale "deadline", jetzt muß es passen - ist das jetzt entspannter? zumindest fühlt es sich im moment so an; joe bastelt am tonproblem, ich an den letzten menütafeln, parallel tests mit einem noch besseren Color-Setting für das Rot in der battle-Beleuchtung 

13h52: zum zweiten Mal löst sich in dieser Produktion ein Problem auf unbekanntem Wege, quasi von Zauberhand; schon beim ersten Mal nannten wir es "Voodoo" (weil der Avid-Techniker das damals allen Ernstes auf sein Arbeitsprotokoll schrieb), und auch bei unserem Tonproblem (komisch: wieder am Avid) ist wohl Voodoo am Werke; immerhin, das Problem ist weg; Mittagessen! 

14h20: die Mischung des Bonusmaterial mit Ausnahme des Making-Ofs ist angekommen und wird von Joe angelegt; wie beim vorigen Material wird es vermutlich noch zu einer Korrekturschleife kommen, mal sehen, wir prüfen 

15h28: Menütafeln sind fertig, Animationen rendern; jetzt Musik schneiden 

18h22: die Mischungen liegen an;

beim Erstellen der Musiken für die DVD-Menüs ergab es sich, daß es diesmal Musik auf den Hauptmenüs, aber nicht auf den Untermenüs geben wird; es ist schöner, wenn diese still sind und der Nutzer sich ganz auf die Inhalte einlassen kann; dafür liegen unter den Hauptmenüs die Instrumentalstücke in voller Länge; und sie sind als Bonusmaterial im DVD-ROM-Teil der 2. Disc direkt zum Abspielen und Kopieren auf den Computer enthalten; eines der drei Lieder könnt Ihr hier schon als Kostprobe hören und herunterladen

Die Wahrheit ist schwer zu ertragen (Instrumental)
König Ödipus
02:28
 

19h16: das Tonproblem ist gelöst! (und nebenbei: Til, Kit und Carlo sind mit der mysteriösen Arbeit an der Website fertig, und es sieht unfaßbar geil aus und macht viel Spaß)

23h26: bin wieder viel zwischen verschiedenen Computer hin und her gerannt heute; jetzt habe ich noch Korrekturvorschläge für die Mischung des Antigone-Trailers (wer's schonmal live gesehen hat, weiß, was ich meine; aber auch diejenigen wissen nur die halbe Wahrheit, oder sagen wir: 15%, denn was da auf der DVD wirklich auf Euch zurollt - und auf die, die im Kino dabei sein können, erstrecht - habt Ihr so noch nie gesehen; ich sage nur: wenn schon Trailer im Kino, dann bitte richtig) an Stefan gegeben - es geht halt immer noch ein bißchen mehr! 

23.03., 0h07: hach, ich hab's schon wieder nicht geschafft, vor 12 hier weg zu sein; jetzt stelle ich noch schnell zwei Renderings an, dann mache ich mich vom Acker; heute war kein sehr konzentrierter Tag, eher vieles auf einmal, mal sehen, wie's morgen wird; auf jeden Fall liegen morgen mitten am Tag knapp 5 Stunden Probe mit Bodo für die Wiederaufnahme von Ödipus Ende der Woche in Dieburg 

9h30: Arbeitsbeginn; der Tag fängt gleich wieder mit einem Problem an: Stefan fehlen Töne für das letzte, was er noch mischt: das Making-Of; beim nachträglichen Anlegen fällt auf: einige liegen nicht synchron; da tut sich ein neuer Berg Arbeit auf. Warum die nicht synchron liegen? Keiner weiß es.

Da ich mit Bodo zum Wiederaufnahmeproben für die Ödipus-Aufführung am Freitag verabredet bin, bekommt Gernot eine kurze Avid-Einweisung und schneidet schonmal vor; am Abend kommt Joe und macht den Rest (er kennt sich am besten im Material aus). Dann geht's mit Blitzkurier zu Stefan rüber.

13h35: kurze Pause zwischen den Proben; meine Frau kommt mit lecker Kuchen aus dem besten Hamburger Café vorbei (Café du Passage in Winterhude, selbstgemachten Kuchen und Quiches, dazu frischer Tee, großartig und sehr zu empfehlen)

16h00: die Probe ist beendet, schnell noch eine Korrektur am Online-Shop (die Alltagsaufgaben können leider nicht alle bis nach Ostern warten), jetzt geht's mit den Titeln des Bonusmaterials weiter 

20h45: ein ruhiger Tag; wir mußten zwar nochmal auf das Audioproblem zurückkommen, aber nun ist alles Material bei Stefan; die Titel für's Bonusmaterial wachsen und gedeihen und die Disc 1 ist fast komplett; morgen wird sie gebaut

22h32: wir haben übrigens das geplante Osterei in den Stand eines regulären Assets auf der DVD gehoben, es erscheint also ganz normal im Menü; ist aber genauso witzig, als wenn man's vorher hätte suchen müssen; ein Osterei wird es daher nicht geben 

>> ein Vorspanntitelbeispiel <<
24.03., 0h43: die Titel sind alle fertig, über Nacht werden sie gerendert, morgen baue ich sie vor die einzelnen Filme, dann können diese endlich ausgespielt und für die DVD encodiert werden; es ist immer noch ein Wettlauf gegen die Zeit; ich hätte ja auch einfach eine Schrift auf weißem Grund vor die Filme packen können, aber ich hätt's halt so gerne hübsch; anbei ein Beispiel, der Vorspanntitel für die Regieeinführung auf Disc 1; ich fürchte allerdings, daß man bei dem Netzfilmchen nicht alle Details erkennt, die man auf dem Fernseher sehen wird, vor allem die Struktur des schwarzen Hintergrunds ist hier überhaupt nicht auszumachen

13h40: und wieder war vor der Probe mit Bodo keine Zeit, hier etwas einzutragen; nur schnell die nächsten Renderings anlegen (jetzt müssen die Titelanimationen vor die Filme gebaut werden und dann alles zusammen ausgespielt werden; dann liegt es erstmal in HD vor (1920x1080 pixel), muß auf SD (PAL 720x576) runtergerechnet und dann nach MPEG für DVD encodiert werden (weitere technische Details erspare ich Euch), das alles mit rund 10 Filmen für die Bonusscheibe, das dauert; also muß der Rechner arbeiten, während ich mit Bodo beschäftigt bin, sonst .... nein, doch, wir werden das schaffen! Allerdings: prompt im ganz langen Bonusfilm (Interview, 45 Minuten) war im Titel noch ein Bechstabenverwuchsler; alles nochmal

16h25: ANJA SEI DANK! Hier ist ein Survival-Päckchen mit selbstgebackenen Nußecken und vielen weiteren Durchhalteleckereien angekommen! Ist ja unfaßbar! Danke Anja! Und auch ein Dank an alle anderen, die an uns denken!  

20h43: meine Kollegen sind großartig: sowohl Til als auch Gernot haben zugesagt, am Sonntag hier mit mir Testsichtungen zu machen; so kann ich auch noch die letzten Stunden, die mir vor der Abgabe noch bleiben, ausnutzen; zur Not, falls die beiden tatsächlich am Sonntagabend noch irgendeinen Fehler finden, würde über Nacht die DVD neu gerendert, ab 5 Uhr morgens zusammengefügt und gebrannt, dann nochmals ab 7 Uhr testgesichtet (um alle technischen Fehler ausschließen zu können, muß man alle Assets einmal vollständig gesehen haben); Gernot wird dann am Montag die DVD - das steht jetzt schon fest - persönlich nach Diepholz ins Preßwerk fahren und dort übergeben; ich hoffe, er bringt ein Photo davon mit

20h44: Anja, die Nußecken sind der Knaller!

20h47: heute muß alles raus! alles, was schon fertig da ist (es fehlen noch die Mischungen von Making of und einem Trailer sowie der Überraschungen, die ich hier nicht verrate), muß als SD  vorliegen, damit es über Nacht gerendert werden kann; vorher kann ich hier nicht weg; mal sehen, wie lange das noch dauert; gleich brennt nochmal eine Test-DVD mit verschiedenen Assets - wir mischen nämlich ziemlich, weil wir ja altes Material rearchiviert haben, von alten VHS-Bändern bis zu hochmodernem HDTV ist eben alles dabei

22h55: 'ne Stunde mit meiner Frau geplaudert, über's Internet das Kinderfahrrad gekauft (im Laden konnten sie uns leider nicht weiterhelfen letzten Samstag), währenddessen standen die Maschinen einfach mal still; die Nußecken sind immer noch lecker! Die Titel sehen gut aus, spannend wie jetzt alles langsam zusammengefügt wir. Für Montag ist auch schon der Urlaub gebucht.

25.03., 1h02: leider verlief nicht alles so glatt, wie geplant; doch jetzt muß ich erstmal nach Hause, auch wenn mir diese Nacht für's Rendern verlorengeht; ich bin einfach zu müde

14h46: Der Tag fing wieder recht ruhig an, obwohl ich auch genug Grund zur Panik hätte; einige der Assets, die wir rearchiviert haben, wollen immer noch nicht im richtigen Format aus dem Avid rauskommen. Bin mal gespannt, wie das noch zu lösen sein wird.

Mittlerweile sind die letzten Töne von Stefan angekommen, Joe baut sie gleich ins Making-of und die anderen Filme ein, dann werden wir nochmal testsichten.

FSK-6-Logo
15h30: die FSK hat die "König Ödipus"-DVD aufgrund des Hauptfilm-Inhaltes ab 6 Jahren freigegeben. Ich finde das gut, warum, erkläre ich hier.
DVD Oedipus_Zwischen Gesetz und Moral

18h38: kurz einen Spaziergang gemacht und ein Eis gegessen; Mix vom Making-of wird tatsächlich eine kleine Korrekturschleife haben; ansonsten alles super; Joe geht gleich, dann bediene ich wieder zwei Rechner gleichzeitig; rendern und testen gleichzeitig;

ach, und  vielleicht kann von Euch ja eine oder einer anhand dieses Screenshots erraten, was die Überraschung auf der DVD ist oder zumindest, wohin wir zielen; ich habe jedenfalls gerade sehr viel Spaß daran

21h52: Die Zeit rast und ich versuch mitzurasen; aber langsam kriege ich doch ein bißchen Angst; ob wir das diesmal wirklich wieder schaffen?

Wenn man mal vom schlimmsten Fall ausgeht, dass wir direkt bis zu Gernots Abreise ins Presswerk am Montag um 8 Uhr am Film arbeiten, dann sind es von jetzt an noch 81 Stunden, dazwischen drei Nächte à am besten 6 Stunden, macht noch 63 Stunden für die DVD-Produktion abzüglich Essen und was man sonst nochmal machen muß (Duschen - obwohl ...). Bleiben noch, sagen wir, 42 Stunden in 3 Tagen (14 pro Tag). Das klingt irgendwie schon fast nach Countdown.

26.03., 2h10: da macht doch am Ende der langen Kette der Avid nochmal Mist (als hätte er das nicht schon genug getan); ausgerechnet Joe erwischt es diesmal, der hier stundenlang versucht, das Problem zu lösen; so komme ich leider erst jetzt dazu, die letzten Bonusmaterial-Filme für die DVD zu rendern; ich spiele mir noch schnell ein Testexemplar aus, dann packe ich meine Sachen und fahre heim 

10h17: zurück im Büro, über Nacht wurden die Interviews fertig, jetzt brenne ich eine Test-DVD; die Überraschung, aus der der Screenshot aus der After Effects-Session stammt, renderte auch in Version 5 über Nacht und sieht schon extrem cool aus; heute werden die beiden DVD zusammengebaut, mit Menüs und allem; drei Tage später als geplant. Aber ich tröste mich, laut meiner Rechnung bleiben mir noch 42 Stunden, da ist doch 'ne Hausnummer 

15h46: die erste rohe Fassung der DVD 2 wird gerade gebrannt, während Joe noch an der Ausspielung des Making-ofs arbeitet; der Avid spielt uns hier immer noch einen Streich, es gibt da ein großes (dem Hersteller bekanntes) Problem mit dem neuen Format, in dem wir gedreht haben, und der Tatsache, dass die Daten auf Festplatten liegt und nicht auf Bänder; wir hoffen diesmal aber nicht auf Voodoo, sondern versuchen, einen "work-around" zu finden

Gernot wird sich gleich alle Filme der Disc 2, die bis jetzt fertig sind, zur Prüfung einmal ansehen; ich hoffe, er findet nichts fehlerhaftes.

18h55: Gernot guckt immer noch und leider sind auch wirklich Fehler drin; damit war ja aber zu rechnen; glücklicherweise habe ich jetzt einen bombensicheren und gut dokumentierten Arbeitsablauf für jedes Element der Scheibe, so daß ich nach Fehlerkorrektur schnell wieder auf den Stand kommen kann, auf dem ich jetzt bin; derweil stellt Joe das von Til und Gernot ausgewählte Material für einen Trailer zusammen, der allerdings erst zum Release der DVD erscheinen wird, vorher schaffe ich das nicht

jetzt werde ich mal schnell die DVD im Online-Shop einstellen, denn ab heute abend um 9 Uhr soll sie vorbestellbar sein

DVD Oedipus_DVD-Cover

20h35: So, ab jetzt könnt Ihr die DVD schonmal vorbestellen. Das besondere: bei uns, in Bodos Online-Shop und bei den Konzerten, ist die DVD bereits ab Mitte April erhältlich bzw. wird verschickt! Im Handel ist sie erst ab dem 3. Mai zu haben

Ich behebe dann mal noch die Tonprobleme, damit die DVD auch wirklich gut klingt.

22h55: die Korrekturen laufen wie am Schnürchen, zum Glück kommen Ton und Bild getrennt im DVD-Authoring zusammen, so dass ich mir in den meisten Fällen langwierige Bildrenderings sparen kann; ich lege noch einen Feinschliff an die Interviews an

27.03 (jetzt aber wirklich), 1h16: die Korrekturen am Interview liefen gut, allerdings fand ich heute beim Testsichten die Farbkorrektur ausgerechnet für Bodos Close-up noch nicht schön, weshalb ich sie für das erste der beiden Interviews schon überarbeitet habe (rechnet gerade am Avid); auch muß ich beim Rendern von HD auf SD die Ränder an allen Seiten beschneiden, weil die Kameras beim Aufzeichnen leider nicht das volle Bild im Display zeigten, weswegen den Kameramännern nicht auffiel, dass dort Scheinwerferstative und andere Kameraobjektive ins Bild ragte. Da heute viele Leute auf dem Computer oder einem TFT DVDs schauen, die das volle Bild zeigen (anders als ein Fernseher, der an allen Rändern etwas abschneidet), müssen diese Ränder sauber sein. Leider ist beim ersten Versuch der Beschnitt doch etwas zu weit geraten, so dass die Leute in den Close-ups etwas dicht an den oberen Rand rückten. So schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn nun kann ich die neu farbkorrigierten Interviews nochmal durch das verbesserte Beschnitt-Setting jagen. Aber: es dauert halt.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind die ersten 14 der 42 Stunden schon um. Also noch zwei Tage effektiv. Das wird sehr spannend - zwischendrin beschleicht mich milde Panik.

Lesen sich die beiden Absätze oben eigentlich komisch so direkt nacheinander? Warum fasse ich auch das Interview nochmal so grundlegend an (nicht, dass es nicht das größte Asset der zweiten Scheibe wäre, nein ...)

12h09: es war bereits vier Uhr in der Frühe und die ersten Vögel zwitscherten, als ich nach Hause fuhr; leider war es nicht nur erfolgreich, so lange hier zu sitzen; zwar war heute morgen alles gerendert, was mußte, aber ich hatte gestern Nacht beim Export Flüchtigkeitsfehler gemacht, so daß z.B. von der neuen Farbkorrektur ein, zwei Clips nicht erfaßt waren; das sieht natürlcih furchtbar aus, deswegen mach ich's jetzt gerade nochmal; die Zeit rennt.

Allerdings fahre ich gleich erstmal zu meiner Familie zum Mittagessen; die Drei fahren nämlich heute schon in Urlaub (ich hab ja eh keine Zeit mehr für sie). Ausgerechnet an so einem Tag musste dem Größeren unserer beiden Kleinen die Frage durch den Kopf schwirren, wie der jüngere Bruder wohl reagiert, wenn man ihm eine Legokiste auf den Kopf fallen läßt, während er auf der Krabbeldecke liegt. War kein großer Spaß und noch immer ist nicht ganz klar, ob wir nicht doch noch ins Krankenhaus fahren sollen, sicherheitshalber. Kennt Ihr das auch, Ihr Eltern da draußen: passiert natürlich dann, wenn's gar nicht mehr passen will?

15h00: ich bin wieder im Büro; alles ist gut, der Kleine ist wohlauf, meine Familie ist auf dem Weg in die Ferien; jetzt habe ich bis 17 Uhr Zeit, um letzte Schönheitskorrekturen am Hauptfilm zu machen, danach beginnt das finale Rendering (so final es bei dem Müdigkeitsfehlerquotienten, den ich mittlerweile habe, sein kann, aber dafür kommen morgen ja noch Gernot und Til, um zu kontrollieren) 

15h30: ein Knöpfchen falsch gedrückt und Du hast'n Haufen Arbeit an der Backe; das ist einfach ein bißchen viel: einerseits DVD-Fertigstellung und andererseits noch Schneiden und Farbkorrigieren und alles; beim nächsten Mal wünsche ich mir einen großen Mitarbeiterstab (also kauft bitte viele DVDs, damit wir uns den leisten können)

Es wird auch langsam Zeit, dass ich fertig werde: die Nußecken neigen sich dem Ende zu! 

DVD Oedipus_DVD-Titeleinblendung

17h57: die finale Version des Hauptfilmes wird von HD nach SD transkodiert, ein Vorgang, der die nächsten 4,5 Stunden dauern und dabei 135 GB an Daten erzeugen wird

zurück zur Farbkorrektur für die Überraschung

(die ersten 40 Vorbestellungen für die DVD liegen schon vor!)

19h42: vor unseren Bürofenstern schüttet es wiedermal wie aus Kübeln; hier drinnen hält mich meine Produktions-Musik bei guter Laune; ich habe bei jedem Projekt eine bestimmte Musik, die ich laufend höre, weil sie einfach gut passt und mir gut tut; diesmal sind es "Dick Brave and the Backbeats" (alias Sasha und Co.), die diese wundervollen Rock'n'Roll-Varianten bekannter Stücke auf ihrem Album "Dick This!" spielen. Grandios, um durchzuhalten. Wobei später wohl auch wieder die "Galeeren-Musik" zum Einsatz kommen wird. Das ist eine Musik, die 3,5 Stunden lang geht und die einen sehr stringent durchgezogenen Percussionssatz hat, eben wie der Trommler auf einer Galeere.

22h24: der Hauptfilm liegt in SD vor, jetzt folgt die MPEG-Komprimierung, um das Ding DVD-fähig zu machen; ich habe inzwischen zu Abend gegessen, einmal nett mit Joe geschnackt (der wird leider nicht mehr reinkommen können, weil er seinem anderen Hauptberuf nachgehen und wieder fliegen muß) und mich über die Weltgeschehen informiert; Tee ist fertig (der 4 Liter heute), weiter geht's 

28.3., 1h08: gleich wird man mir zu allem Überfluß auch noch eine Stunde klauen, wie gemein; ich bin mit dem Master der 2. Scheibe fast fertig, derweil rechnet der Hauptfilm immer noch nach MPEG (das wird wohl auch an die 4,5 Stunden dauern und erst gegen 3, also 4 Uhr abgeschlossen sein; ich hoffe, so lange muß ich nicht mehr hier sein) 

3h02: so schnell kann's gehen, schwupps, ist eine Stunde weg; der Rechner brennt gerade den ersten finalen Master der Bonus-DVD 

4h45: es sind noch Fehler im Master, war klar, ist immer so; schwierig ist, dass er nicht sauber abspielt, als wäre etwas beim Brennen schiefgelaufen; oder hat es mit den Rohlingen zu tun? eigentlich sind die mit den Laufwerken getestet? na, das wird noch spannend morgen, denn natürlich ist Sonntag und ich kann keine Alternativen kaufen. Auf jeden Fall warte ich jetzt, dass die Überraschung, das letzte noch fehlende Asset, morgen fertig gerendert ist (das dauert nämlich alleine 5 Stunden), bevor ich den nächsten  Versuch starte; hat doch schon so oft geklappt, wird auch jetzt klappen! Schlafen wäre mal gut. 

6h37: so, ich geh' mal schlafen; heute ist dann wohl doch mal im Büro zu schlafen dran; gut, dass wir so ein gemütliches Schlafsofa hier haben; der Renderhühnerstall rechnet an der Überraschung, gleich vier Fassungen auf einmal, in der Hoffnung, dass eine davon dann funktioniert, denn mit diesem Asset habe ich den finalen Schritt auf DVD noch nie gemacht und es ist wie immer anders als die anderen, also wer weiß. 

10h42: ich bin wieder da. Mannomann, wenn ich mir vorstelle, dass ich in meinen früheren Projekten, also in "jüngeren Jahren" regelmäßig Nächste durchgemacht und am folgenden Tag bis abends gearbeitet habe ... kaum mehr vorstellbar. Da bin ich wirklich froh, dass ich älter werde und das einfach nicht mehr geht. Bei "Noah" habe ich noch drei Nächte durchgemacht vor der Abgabe (natürlich nicht hintereinander, sondern insgesamt). Mir reicht's.

Gleich besorge ich mir ein Frühstück (wo eigentlich, am Sonntag in dieser Gegend? Hier ist das Uni-Viertel von Hamburg, werktags wird einem hier jeder Wunsch erfüllt, aber am Wochenende sind einfach nicht genug Studenten da, dass hier die Läden öffnen ...). Und dann geht's mit der Überraschung und Disc 1 weiter. Am Mittag kommt Gernot zum Gucken, bis dahin brauche ich eine fertige Scheibe, sonst ...

11h09: in nicht einmal 24 Stunden soll Gernot mit den Scheiben im Zug sitzen; wenn ich daran denke, dass alleine das komplette Neurechnen des Hauptfilms, sollte darin ein Fehler sein, 9 Stunden dauert, dann noch 2 für's Testsichten, wird mir ein bisschen mulmig

11h31: langsam erwachen die Lebensgeister wieder; es sind leider noch etliche Fehler in der Überraschung; gut, was will man erwarten, wenn man's erst wenige Stunden vor dem Release überhaupt zum ersten Mal so sieht, wie's gemeint ist; wer macht schon etwas beim ersten Mal perfekt. Also eigentlich nichts ungewöhnliches, nur etwas spät dran.  

12h09: ich habe noch einen Bäcker gefunden, aber seitdem erst ein Brötchen auf dem Weg von dort von der Hand gegessen; eben habe ich Gernot angerufen, dass er bitte 2 Stunden später kommen soll, als geplant

13h25 (fairerweise: eigentlich 12h25):  eine erste rohe Hauptfilmscheibe (nur die Assets, keine Menüs) versucht zu brennen; es sind nichtmal mehr 24 Stunden, bis Gernot mit den Scheiben losfahren muss

13h31: Abbruch des Schreibvorgangs, zu hohe Datenrate; wieder was gelernt, und korrigiert

14h09: nächster Versuch, die Scheibe brenn; und auch die Überraschung rendert erneut, mir ist noch eine Idee gekommen, wie ich hier Zeit sparen kann, indem ich das, was bislang schon korrekt als File vorliegt, wiederverwenden kann; langsam krieg ich Hunger und ich darf nicht vergessen zu trinken

16h12: Gernot ist da, Essen ist da, die rohe Hauptfilmscheibe kam heil aus dem Brenner und der Hauptfilm ist bei einem schnellen technischen Prüfdurchlauf einwandfrei; die 2. Scheibe mit dem Bonusmaterial ist auch navigationstechnisch einwandfrei, jetzt brennt ein zweiter Rohling, der der MASTER für's Presswerk sein soll, derweil wir Mittag essen; ich entspanne mich langsam; während Gernot gleich Testsichtet, werde ich die Scheibe 1 zuende bauen

17h22: Essen war lecker, Til ist mittlerweile auch da und hat einen Kuchen zur Stärkung mitgebracht; die 2. Scheibe liegt jetzt als MASTER vor und Gernot sichtet gerade; ich setze mich an die 1.; wenn alles glatt läuft, schaffen wir es noch; wenn wir's nicht schaffen, sie morgen ins Presswerk zu bringen, haben wir am 12.4. bei unserem Kinotermin keine, die wir verkaufen können, das wäre sehr bedauerlich; außerdem wartet natürlich der Handel auf die Lieferung, um die Scheiben rechtzeitig in die Läden zu bringen.

Für die Kinovorführungen selbst werden wir übrigens aller Voraussicht nach eine Bluray erstellen, d.h. wir werden unser Originalmaterial projezieren können: HD 1920x1080! Das ist so groß, wie gewöhnliche Kinofilme auch (man spricht von einer sog. 2K-Auflösung).

Jetzt heißt es: schwarzen Tee trinken und wach halten! Konzentration! Dabei scheint draußen so schön die Sonne!

18h06: Encodierungsfehler im Interview mit Carl dem Löwen, neu rendern, Scheibe neu brennen (jeweils eine halbe Std.); Pixelseitenverhältnisse sind dafür alle korrekt und werden von DVD-Playern korrekt ausgelesen; undden letzten Fehler im Überraschungsfilm habe ich auch noch gefunden und behoben; trotzdem, es sieht nach einer neuerlichen Nachtschicht aus

20h51: Til und Gernot schauen jetzt die 2. Scheibe; wir mußten auf einen sehr frühen Master zurück, da ist ein klitzekleiner Fehler im Überraschungsfilm drin, den aber keiner außer mir bemerken wird; denn alle anderen danach haben ein Problem mit dem Carl-Interview, es hakt und teilweise spielen die Player es gar nicht ab; so ist das. Ich mache einen letzten Versuch, während dessen ich mal eine Runde um den Block laufe. Es wird ja doch wieder spät werden heute.

Sollte übrigens etwas mit dem Hauptfilm doch noch kaputt sein, dann wird das sehr knapp, es bis morgen um 9:40 zu schaffen, wenn Gernot mit dem Zug losfährt. Genau genommen paßt das schon nicht mehr: DVD ist vermutlich gegen 11 fertig, Sichten dann um 1, korrigieren bis halb 2, rendern bis  halb 11, prüfen/sichten bis halb 1 mittags. Das ist zu spät. Also: Chance vertan. Ab jetzt muß alles klappen oder wir verpassen den Veröffentlichungstermin.

21h13: HA! Ich habe Carl doch noch hinbekommen; Til und Gernot schauen sich das jetzt nochmal genau an, aber auf den ersten Blick haben wir doch noch einen vollkommen fehlerfreien und makellosen Master für Disc 2 hinbekommen. Ich habe sogar noch einen Zeilenabstandsversatz im Hintergrundbild des Hauptmenüs ausgeglichen (inkl. neuer Menüanimation; wenn schon, denn schon). Es ist allerdings 9 einhalb Stunden später als ursprünglich dafür vorgesehen ...

21h38: jetzt arbeite ich an vier Computern gleichzeitig; da ich ja morgen in Urlaub fahren will, mache ich gerade auch schon Datensicherungen

jetzt kommen die Untertitel in den Hauptfilm

22h12h: wir sind hier die drei Jungs von der Tankstelle, ein bißchen so. Gernot zieht zum Imbiß um die Ecke. Er muss noch den Hauptfilm mit mir durchhalten (der immer noch Untertitel verpasst bekommt, Til hat derer 114 geschrieben, kurze bis mittellange Erklärungen zu Inhalte des Textes, den Bodo spricht, ähnlich dem Glossar im Buch)

29.03.2010 - Tag der Datenabgabe!

29.03., 0h43: FREIGABE MASTER DISC 2! Gernot und Til haben alles zuende geprüft und die Scheibe ist sauber! Dieses war der erste Streich ...

... der zweite folgt sogleich, denn ich muß nur noch einige wenige Kapitelmarken setzen und dann die Szenenmenüs damit verknüpfen.

Es ist jetzt schon Montag, in neun Stunden macht Gernot sich auf den Weg nach Diepholz.

1h17: alles fertig zum Brennen für den Hauptfilm, und jetzt kommt diese Fehlermeldung: "Der Untertitel kann aufgrund seiner Komplexität nicht erstellt werden." Super. Was heißt das jetzt? Die Untertitel von "Noah" waren deutlich umfangreicher, das kann's also nicht sein. Also: suchen. Trial and error. Wie schön. Es ist schon nachts, Mann!

1h55: im ganzen weltweiten Internet gibt es nur drei Einträge zu dieser Fehlermeldung, in einer davon ist von "den ahnungslosen Leuten bei Adobe" die Rede, dem Hersteller der Authoring-Software. Das macht Mut! Ich habe jetzt die Untertitelspur gelöscht, dann brennt er Gott sei Dank problemlos eine DVD (ein Nutzer der etwas älteren Programmversion 1.5 schrieb nämlich, nachdem diese Meldung auftauchte, brachte auch das Entfernen der UT-Spur nur einen "Allgemeinen Fehler" und einen Abbruch des Brennens). Insofern ist scheinbar mein Projekt nicht korrupt, an dem ich jetzt seit 8 Stunden sitze. Ich habe nämlich natürlich auch mit den Untertiteln angefangen (die sind nämlich etwas aufwendig, darum wollte ich das als erstes vom Tisch haben), heißt, wenn ich vor die UT-Version zurück müßte (immerhin habe ich vorsichtshalber Zwischenschritte gespeichert), wäre ich auch alle Menüs und Kapitelverknüpfungen los, was auch viel Handarbeit war.

Apropos Handarbeit: da werde ich die 114 Untertitel wohl von Hand reinbauen. Immerhin ist der Untertitel ja auf dem Cover der DVD angekündigt, dahinter kann ich jetzt schlecht zurückbleiben. Und witzig ist er sowieso.

Also koche ich mir einen "Abendtee". So kann ich wenigstens so tun als ob's nicht schon längst Zeit zum Schlafen, sondern eher zum Entspannen wäre.

In sieben Stunden kommt Gernot wieder und will losfahren.

3h34: das Untertitel-Problem besteht weiterhin; daneben läuft auf dem Kontrollmonitor (ohne dass ich immer hinsehen könnte) die provisorische Scheibe 1 und es gibt hier zumindest wohl keine Bildprobleme im Hauptfilm; es sind noch kleine Authoring-Fehler drin, weswegen ich auf jeden Fall nochmal brennen und dann auch gucken muß; selbst wenn ich die Nacht durchmache, muß ich bis 7 Uhr damit fertig sein, um noch alles einmal sehen zu können; d.h. ich habe jetzt noch 3,5 Stunden, um das UT-Problem zu lösen. Oha.

4h40: ich gebe den Kampf mit dem Programm um die Untertitel auf, ich weiß nur noch nicht, was ich statt dessen mache

7h23: ich kann nicht mehr richtig gucken; fast 24 Std. bin ich jetzt auf den Beinen und vor'm Rechner; habe eben noch das Kurzglossar als PDF umgesetzt, mal sehen, ob ich das noch auf die Scheibe bekommen kann; mein eigentlicher Sicherheits-Master, also einer mit allem aber ohne Kurzglossar als Backup, hatte nämlich mitten in der Mitte des Hauptfilms plötzlich einen Aussetzer, an dem es so hakte, dass der Film kurz nicht weiterging und erst einige Sekunden später wieder einsetzte; keine Ahnung, ob das Presswerk sowas ausgleicht bei der Fehlerkorrektur, also schreibe ich jetzt lieber nochmal einen und fange nochmal von vorne an. Allerdings: in 2 Stunden muss Gernot losfahren.

Ich will hier in meinen Urlaub!

8h37: eben habe ich auf zwei Bildschirmen gleichzeitig Testgesichtet, keine gute Arbeit für so wenig Schlaf; jetzt gibt es zwei Fassungen, nach denen wir gleich entscheiden können, was wir tun bzgl. des Kurzglossars; Gernot kommt gleich; die Lage ist unklar, aber nicht hoffnungslos.

9h23: Gernot ist auf dem Weg; beide Fassungen, die ich gemacht habe (mit und ohne Kurzglossar im DVD-ROM-Teil) waren einwandfrei - ein Wunder! Wir können uns jetzt entscheiden, oder haben es schon, schließlich steht auf der Verpackung drauf  "Kurzglossar" und er ist ja auch sehr lustig. Da das mit den Untertiteln partout nicht klappen wollte (frag mich mal, warum, schließlich habe ich für Noah auch schon Untertitel mit demselben Programm gemacht - komisch), habe ich ein PDF geschrieben, das man sich dann von der DVD runter ausdrucken kann. Das ist auch schön, so hat man etwas in der Hand. Dafür müssen wir nun aber den Labeldruck der 1. Disc nochmal anfassen, denn wenn man DVD-ROM-Inhalte auf eine DVD brennt, dann muss auf der Scheibe statt des "DVD-Video"-Logos korrekterweise ein "DVD-Video/ROM"-Logo prangen, ansonsten presst das Presswerk nicht. Gut, das wird Gernot wohl noch zu morgen organisiert bekommen, und dann wird die Scheibe auch pünktlich zum 12.4. fertig werden.

Und mal im Ernst, was ist schon der Kurzglossar (ohne Til zu nahe treten zu wollen, der ja nicht nur diesen, sondern auch den umfassenden im König-Ödipus-Buch schrieb), auf einer DVD im Vergleich zum Hauptfilm und den vielen tollen Bonusmaterialien, die wir noch haben.

Und jetzt haue ich mich hier mal kurz auf's Ohr, bevor ich dann meine Sachen packe und in den Urlaub verschwinde. Allerdings werde ich wohl erst ganz beruhigt sein, wenn aus dem Presswerk das technische Okay für die Daten kommt.

16h08: Mein letzter Eintrag dieser Art:

Es hat eine Weile gedauert, bis ich nicht mehr vor allem den verlorenen Kampf um die Untertitel gesehen habe, der die letzten Stunden bestimmte, sondern vor allem, dass wir in den letzten Monaten eine tolle DVD gemacht haben, die alles übertreffen wird, was wir Euch bisher gezeigt haben. Wie oft habe ich während ich diese Einträge geschrieben habe, gedacht, ich würde Euch so gerne schon etwas zeigen, kleine Ausschnitte hier reinstellen. Aber ich will nicht zuviel verraten.

Gernot hat aus dem Presswerk schon zurückgemeldet, dass die Scheiben technisch einwandfrei seien. Es entstand dort kurz Panik, weil Gernots Zug Verspätung hatte (da sieht man mal, wie eng der Zeitplan gestrickt ist). Jetzt ist es an denen, das beste draus zu machen. Nichts darf noch schiefgehen, sonst halten wir unseren Termin nicht (an dem ja - glücklicher- und ehrlicherweise - auch keiner stirbt, nur weil ein paar DVDs nicht fertig sind; eine Vorführkopie für's Kino hab ich ja sowie so da!)

Ich habe ein bisschen geschlafen, schon einigermaßen in der Schneidekammer aufgeräumt und mache jetzt noch Sicherungskopien der zuletzt erzeugten Daten. Und dann muss ich dringend nach Hause und wieder schlafen. Morgen fahre ich meiner Familie hinterher - diesen Tag bzw. diese Nacht einfach nur schlafen war jetzt noch der Preis der durchgemachten letzten Nacht. So ist das.

Es ist geschafft. Ich freue mich. Ich bin müde. Es wird ein Fest werden!

29. März 2010

Gernot im Bremer Hauptbahnhof mit den Daten der Koenig Oedipus DVD
>> Gernot am Bremer Hauptbahnhof mit den beiden Master-DVDs <<

No sleep till Diepholz - Montag, 08:45 (Gernot)

Ich treffe in unserem Büro in Hamburg auf einen sichtlich übermüdeten Sven, der aufgrund von völlig überflüssigen technischen Problemen die Nacht durcharbeiten musste und mir nun erleichtert zwei Daten-Master-DVDs in die Hand drückt. Stehenden Fußes und laufender Nase mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof „Hamburg-Dammtor“ um die Daten-DVDs zum Presswerk ins beschauliche Diepholz (zwischen Bremen und Osnabrück) zu bringen. Vor mir liegen ca. 200 Eisenbahn-Kilometer durchs schöne Niedersachsen. Von Hamburg fahre ich mit dem ICE nach Bremen, dort muss ich umsteigen. Am Bremer Hauptbahnhof schenkt mir die Bahn einen ebenso unerwarteten wie großzügigen 20-minütigen Aufenthalt, den ich für ein Spontan-Sightseeing des Bremer Bahnhof-Vorplatzes nutze.

Es ist leicht bedeckt – kein Niederschlag.

 

Das Gebaeude unseres Presswerks P und O
>> Unser Presswerk in Diepholz - der Werksteil rechts der Straße mit der DVD-Fertigung <<

Weiter geht es dann in einem angenehm leeren Regionalexpress nach Diepholz. Ich ergattere einen Platz im oberen Abteil des Doppelstockzuges und lasse meinen Blick aus dem Fenster über die schier unendliche Weite der niedersächsischen Landschaft schweifen. Diepholz, dies werden die meisten wissen, ist ein kleines, gemütliches, ca. 16.500 Einwohner zählendes Städtchen und gleichzeitig Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises in Niedersachsen. Der Landkreis grenzt im Süden an NRW und im Norden an Bremen und verbindet damit das kleinste mit dem bevölkerungsreichsten Bundesland.

Diepholz verbindet also quasi zwei Welten miteinander. Welch passender Ort für die Produktion unserer König Ödipus DVD, die im Laufe ihrer Entstehung ebenfalls mehr und mehr zu einer Verbindung zweier Welten wurde und dies gleich aus mehreren Blickrichtungen betrachtet. Hier begegnen sich die Welten von Film und Theater, die Welten von antikem Stoff und moderner Darbietung und die Welt von kreativer Vision und praktischer Umsetzung.

Ich halte einen Moment inne bei diesem Gedanken. Draußen zieht die Weite Niedersachsens (Felder, Wälder, Lauben) an mir vorbei.

Endlich in Diepholz angekommen bewältige ich 1,6 Kilometer zu Fuss, vom Bahnhof durch die Diepholzer Haupteinkaufsstraße (ein Umweg, wie sich hinterher erweist – doch schön ist’s hier) zum Presswerk.

Das Presswerk, ein Familienbetrieb aus den späten 40er Jahren, hat seine Fertigungshallen links und rechts einer ehemaligen Bundesstraße am Stadtrand.

 

Gernot uebergibt Patrick Roll die Daten der Oedipus DVD
>> Gernot übergibt die Master-DVDs an Patrick Roll <<

Als ich dort eintreffe erwartet mich bereits scharrenden Hufes Herr Roll unser Sachbearbeiter, dem ich  die Daten aushändige, die sofort technisch geprüft werden.

Kurze Zeit später bekomme ich das OK für die Daten, was mich sehr erleichtert. Es ist geschafft.

Allerdings stehe ich noch vor dem Problem, dass die Bedruckung, die hinterher auf DVD 1 kommen wird, nochmals leicht geändert werden muss. Dies werde ich am nächsten Tag mit unserer Lithographin umsetzen müssen, was noch ein wenig frickelig wird, da sie in dieser Woche Urlaub hat. Doch als mir Herr Roll die Büros zeigt und wir gemütlich durch die Grafikabteilung schlendern, stellt sich heraus, dass die Änderung dort umsetzbar ist. Dies geschieht dann prompt vor meinen Augen. Problem spontan gelöst. Toll.

Die anschließende Führung durch die Fertigungshallen versetzt mich dann in schieres Erstaunen. Das Presswerk stellt sowohl Schallplatten als auch CDs und DVDs her. Während die Schallplattenfertigung mir durch ihre großen robusten Maschinen imponiert, liegt der Focus bei der CD/DVD-Fertigung deutlich auf Geschwindigkeit. Es ist sehr eindrücklich zu sehen, in welchem Tempo hier Tonträger bzw. Bildtonträger entstehen. Alle 2,2 Sekunden wird hier ein neuer Silberling zum Leben erweckt ("Wer", frage ich mich, "soll die alle gucken?"). Fast könnte mir schwindelig werden, wenn ich so auf die ganzen kleinen beweglichen Roboterarme schaue, die emsig die Rundlinge greifen, drehen, verkleben, sortieren, prüfen,  usw. 

Nach zwei Stunden mache ich mich wieder auf den Weg zurück nach Hamburg. Die Züge nach Bremen fahren z.Zt. 2-stündlich ab.

Ich habe Glück und warte nur 20 Minuten am Bahnhof. In Bremen entsinnt sich die Bahn schließlich der Tradition meiner morgendlichen Hinfahrt und schenkt mir großherzig weitere unerwartete 20 Minuten Aufenthalt in der schönen Stadt an der Weser. Da ich den Bahnhofsvorplatz schon kenne, widme ich mich den gastronomischen Angeboten des hansestädtischen Bahnhofs. Ich empfehle den "Bremer Knacker" als Snack für zwischendurch.

Schließlich komme ich gegen 18:30 Uhr wieder in Hamburg-Dammtor an. Ein bisschen müde doch mit dem Wissen dass sich alle Strapazen am Ende des Tages gelohnt haben werden. Kompliment ans gesamte Team für die Kraft und den Willen, gemeinsam eine tolle Scheibe abliefern zu wollen. Die DVD wird der Hammer!

8. April 2010

Schriftzug Grosses Kino

Kurze Erläuterung (Til) Für alle, die jetzt einen Blick in das Produktionstagebuch werfen, hier der Hinweis, dass unter der Überschrift "Die letzten Tage und Stunden" die Ereignisse vom 17. März bis zum 30. März beschrieben werden, vor allem durch Svens stündliche "Live-Ticker"-Einträge. Da es nun etwas ruhiger wird bekommt jeder Tag wieder eine eigene Datums-Überschrift.

Das rote Sofa im Abaton-Foyer
>> Und nach dem Film: Signierstunde auf dem roten Sofa. <<

Am Dienstag, den 6. April haben Gernot, Joe und ich eine Begehung des Kinos gemacht. Zusammen mit dem technischen Leiter Herrn Volkmann und seinem Kollegen haben wir uns den Kinosaal und das Foyer angesehen. Neben einer Besprechung zu den technischen Details und zeitlichen Abläufen des Abends haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen schon mal auf großer Leinwand eine Testsichtung von "König Ödipus" zu machen. Und ich kann Euch sagen, das Teil knallt richtig. Bodo beim Battle-Rap auf 6,80m x 3,50m das ist schon eine Nummer.
Für alle, die noch Karten möchten, es wird am Montagabend in Hamburg Restkarten geben, wieviele lässt sich jetzt nicht sagen, aber dieser Hinweis beruht auf der jahrelangen Erfahrung des Kassenpersonals im Abaton.

9. April 2010

Es ist ein ... Ödipus! (Gernot) Gestern war es nun endlich soweit. Unser Presswerk sandte uns per Overnight-Kurier die ersten 2 Exemplare der König-Ödipus DVD! Die Spannung war bei allen riesengroß. Ein bisschen kann man sich die Nervosität in unserem Büro vorstellen wie die bei einer Geburt. Fast 9 Monate hatten wir uns nun mit der DVD-Produktion befasst. Von der ersten Planung über die Aufzeichnung zur Postproduktion, grafischen Erstellung und Fertigung im Presswerk waren etliche Arbeitsstunden angefallen, stressige Situationen und technische Probleme gemeistert worden. Endlich sollten wir unser „Baby“ in den Händen halten. Nun sollte sich rausstellen, ob alles in Ordnung ist.

Sven freut sich!
>> Sven freut sich! <<
Als wir das Päckchen öffneten und das DVD-Digipack in die Hand nahmen, war dies schon ein tolles Gefühl, denn: Die DVD ist super geworden!!!
Der Druck ist gut, die Farben stimmen, alle Logos sind drauf und auf den DVDs ist alles, was drauf gehört. Glücklich und zufrieden bestaunten wir die DVD und plötzlich fiel unser Blick auf die Bedruckung von Disc 2, die uns stutzen ließ. Nach einer kurzen Prüfung der Druckvorlage stellte sich raus, dass dort statt „Die Extras“ das Wort „Die Tragödie“ gedruckt wurde. Ein Fehler - 5000 Mal auf Poly-Carbonat gedruckt. Was nun?
Sofort machten wir uns fieberhaft Gedanken darum, wie wir damit umgehen sollten. Das Presswerk bot uns umgehend eine kostenlose Neu-Pressung an. 5000 neue DVDs pressen und die übrigen 5000 Stück wegwerfen? Aufeinandergestapelt entstünde ein fast 8 Meter hoher Turm Müll. 8 Meter wegen acht falscher Buchstaben?
Die Antwort fiel uns nicht schwer, denn dies ist für uns ökologisch einfach nicht vertretbar. So verfasste Sven kurz einen Infozettel, der die Situation erklärt und den das Presswerk nun drucken lässt und der jeder DVD beigelegt wird. Diese Lösung war für uns sofort die einzig plausible, denn ansonsten ist alles so geworden, wie wir es uns gedacht haben!
Einen großen Dank an dieser Stelle ans gesamte Team für die große Einsatzbereitschaft und die tolle Arbeit ohne die diese DVD nicht so gut geworden wäre. Wir freuen uns auf die Previews in der nächsten Woche!

11. & 12. April 2010

Nachwehen: eine Nacht für die Bluray (Sven)

Wir wollen im Kino in Hamburg gerne unseren tollen Film im Originalformat Full HD mit 1920x1080 Pixeln projezieren. Wir haben das auch schon ausprobiert, doch es gibt noch eine Herausforderung. Darum sitze ich heute nochmal eine Nacht hier an den Rechnern und nehme die letzte Hürde. Soviel Ehrgeiz ist schon da: neun Monate harte Arbeit, jetzt soll es bitte auch so toll aussehen, wie es nur geht.

DVD wäre auch okay, aber ich will mehr.

DVD Oedipus_Bluray-Arbeitsplatz

21h00: ich bin im Büro angekommen für eine letzte lange Schicht. Das mit der Bluray für's Kino morgen will nämlich bislang noch nicht so recht funktionieren. Wir haben es uns im Kino von der DVD und von einer Bluray angesehen, und von DVD sieht's schon geil aus, aber die Bluray hat alles getoppt; leider nur war das Video mit dem falschen Pegel auf der Scheibe. D.h. in Kurzform es war zu hell, das Schwarz hatte nicht die nötige Tiefe.

Darum bin ich nun nochmal hier. Sehen, was geht. Ich werde eine Testreihe aufbauen, um herauszufinden, welchen Arbeitsablauf, welche Software, welche Codecs und Formate ich brauche, um aus dem Avid im richtigen Farbraum auf die Bluray und damit morgen auf die Leinwand zu kommen.

Neben mir liegt die fertige DVD. Die rückversichert mich und mahnt mich: es kann nichts schief gehen, Du hast die Sache im Kasten. Was Du machst, ist das Sahnehäubche.

Ich habe mir auf dem Weg hierher noch eine Tüte Chips und eine Brause bei der Videothek geholt; so suggiere ich mir, einen schönen netten Sonntag-Videoabend zu haben. Jetzt koche ich mir einen Tee und in meinem Rucksack ist auch noch ein kleines Päckchen mit den leckeren Ergebnissen eines netten Backtages heute zuhause: Shortbread!

 21h36: ich habe mir meinen Arbeitsplatz in der Schneidekammer fertig aufgebaut (seht Ihr oben auf dem Bild). Dazu habe ich den Renderhühnerstall dorthin geholt, denn vermutlich werde ich an beiden Rechnern gleichzeitig arbeiten: was sich für den Hauptfilm als richtig herausstellt, kann ich dann gleich auf das Bonusmaterial, das wir ebenfalls am Abend zeigen wollen, übertragen.

11.04., der Vortag der Premiere, 23h05: ich habe nur einen Versuch, deshalb teste ich sehr aufwendig, damit ich auch auf keinen Fall etwas übersehe. Leider habe ich noch kein Setting gefunden, das bis zum Ende ein gutes Ergebnis liefert. Eines sah erst sehr vielversprechend aus, doch dann zeigte sich, dass das gesamte Encoding 26 Stunden dauern würde - soviel Zeit bleibt nicht mehr bis zum Kinoauftritt. Der nächste Versuch scheiterte daran, dass das Authoring-Programm partout das angebotene Fileformat neu encodieren wollte, was ich ja am liebsten  vermeiden will (zweifache Kompression, könnte nicht mehr so gut aussehen).

23h40: der Versuch, auf ein anderes Authoring-Programm umzusteigen, brachte auch nicht die erwünschten Erfolge. Jedes dieser Programme hat einfach zu viele Tücken, als dass ich mir das jetzt in nullkommanichts draufschaffen könnte. Ich bleibe bei meinen Leisten und versuche eher, dem gewohnten Programm das Dateiformat noch unterzujubeln. 

12.04., der Tag der Premiere, 0h45: die Kekse sind leer, ich sollte dringend heim

0h52: Heureka! wie der Grieche sagt. Ich habe ein Setting gefunden, das zumindest bei meinem Testclip gute Dienste und auf Bluray ein sauberes Ergebnis erzielt hat. Jetzt lade ich mal den Hauptfilm ein und werde sehen, was dabei geht.

1h26: ich habe beide Blurays neu aufgebaut und die Bonusscheibe schon komplett neu encodiert; das war noch ein Testlauf für den Hauptfilm, der jetzt an der Reihe ist 

1h53: habe das Hauptfilm-Encoding bereits zum 2. Mal abgebrochen, um sicherheitshalber noch einen Test zu machen. Jetzt gehe ich nochmal zurück in den Avid, vielleicht mache ich nochmal diesen Schritt zurück und eine ganz neue Ausspielung von dort aus

2h03: Der endgültige Render des Hauptfilms läuft. Laut Hochrechnung wird das zwischen 5:17 und 7:37 Stunden dauern, dann ist es also spätestens halb 10 Uhr. Dann muß nach H.264 codiert werden, dem Standard für Bluray. Das dauert nochmal 3:33 Std. laut Prognose, dann ist es also 13 Uhr Uhr, wenn die Vorführ-Bluray gerendert ist. Brennen dauert nochmal 2 Std., dann kommt eine Testsichtung (1 Std. 40 Min.), d.h. gegen 17 Uhr ist die finale Scheibe fertig, falls nichts schiefgeht. Gut, so wäre sie also anderthalb Stunden vor ihrem Einsatz fertig.

Reicht doch. Gute Nacht, ich fahr heim.

8h03, noch 11 1/2 Stunden bis zur Premiere: bin wieder da, der 1. Render hat problemlos funktioniert und war bereits nach weniger als 6 Std. beendet (Hochrechnungen aufgrund von 20 Sek.-Clips sind eben nicht sehr aussagekräftig). Soweit sind wir also schonmal. Jetzt kommt der 2. Kodierungsdurchgang, hochgerechnet für 3 einhalb Stunden. Leider weiss man ja nie, ob etwas, das mit einem kurzen Testausschnitt funktioniert, auch mit einem 104 Minuten langen Film klappt.

Ich koch' mir erstmal'n Tee.

8h27: Programmabsturz, 2. Versuch startet

9h08: habe dem Programm mal ein wenig Zeit gegeben, aber es hat auch nach 45 Min. Encoding keinen Mucks von sich gegeben; 2. Abbruch; scheint auf diesem Wege leider nicht zu funktionieren

9h45: die Zeit rast, neue Tests; warum nur musste das mit der grossen, schönen, fertigen Datei jetzt scheitern?

10h35: endlich bin ich wieder auf einem Pfad, der Gutes verheißt. Ich habe nun doch auf das andere Authoring-Programm umgesattelt, nachdem sich das erste beharrlich weigerte, den Hauptfilm zu transkodieren. Die Tücken des neuen habe ich durch einige Tests soweit verstanden, es ist jetzt auf dem Wege, das Video für den Hauptfilm zum ersten Mal in voller Länge zu transkodieren. Das wird voraussichtlich auch nur 100 Min. dauern, ich bin gespannt.

Jetzt kann ich mir endlich mal ein Frühstück machen.

11h06: langsam steigt der Adrenalinspiegel ... und die voraussichtliche Renderzeit von 100 auf 150 Min.

11h14: ich starte nebenbei sicherheitshalber einen zweiten Ablaufversuch auf dem Renderhühnerstall, der hier ja direkt neben dem Avid geparkt ist 

11h19: wenn uns nicht der nette Videotechniker, der uns mal im Büro besucht hat, gesagt hätte, das alle, auch die größten Postproduktions-Häuser ständig solche Workflow-Tests machen, wie wir es tun, dann würde ich echt meinen, ich wäre zu doof für diesen Job. Aber es gibt eben so viele verschiedene Komponenten, Codecs, Ausgabegeräte und Zielmedien, dass es den Herstellern unmöglich ist, alles auf alle Kompatibilitäten hin zu prüfen. So ist das den Anwendern - auch und vor allem den professionellen überlassen - das herauszufinden und sich für jede Anforderung einen eigenen Arbeitsablauf zu schaffen.

Wir haben nur leider überhaupt nicht damit gerechnet, das tun zu müssen. Auch jetzt bin ich immer wieder überrascht davon (wie im Fall diese  Bluray; ich dachte: klar, jetzt habe ich zwei DVDs gemacht, ich weiß genau wie's geht und das ist alles bombensicher; aber nein ...). Neben den vielen kreativen Arbeiten, die wir zu tun haben, bleibt für solche technischen Anforderungen dann oft keine Zeit.

12h18: der zweite, parallele Anlauf war nicht erfolgreich

12h59: Rendering abgeschlossen (wie prognostiziert 2,5 Std.), es folgt der Schritt "Adding m2v", dann muß ein MPEG-2-Transportstream erstellt werden (von noch unbekannter Dauer) danach "Burning" - die Spannung steigt

13h37: Abbruch kurz vor'm Brennvorgang mit einem kruden Fehler, den keiner kennt. Mist. Aber das encodierte File ist erhalten, mal sehen, was ich damit machen kann.

14h06: Absurd, aber wahr: das eine Authoring-Programm will das File jetzt zwar rendern, aber nicht brennen. Toll für mich: dieses gerenderte File kann jetzt das andere Authoring-Programm wiederum importieren und scheinbar direkt auf eine BD brennen. Was im Moment gerade läuft - und ich gehe zum Mittagessen.

15h11: Brennen dauert wieder 2 Std. mit dem Programm. D.h. dies ist der einzige Versuch, einen weiteren gibt es nicht. Drückt die  Daumen

15h59: die Bluray ist unbeschadet aus dem Brenner gekommen. Ein erster Sichttest mit Skippen durch die 13 Kapitelmarken ist erfolgreich verlaufen. Da wir keine echte Bluray-Sichtungsmöglichkeit hier im Büro haben, wird der letzte Test und letztlich die Entscheidung, ob wir DVD oder Bluray gucken, im Kino kurz vor Einlaß mit einer Projektion auf die Leinwand stattfinden. Jetzt sichten wir die DVD auf Fehler und ich gehe mal schnell duschen.

Draußen sprechen Til und Gernot gerade ihre Moderationen durch. Und eben rief das Presswerk an: unsere DVDs für heute Abend sind tatsächlich versehentlich an den Vertrieb geliefert worden, jetzt wird eine Kurier-Direktfahrt stattfinden, durch die wir dann die DVDs doch noch rechtzeitig zum Ende des Films und zum Verkauf im Kino haben werden.

18h07: Die Bluray ist einwandfrei und geht jetzt gleich mit mir ins Kino. Dort werde ich dann auf der Leinwand entscheiden, was wir zeigen. Immerhin: ich habe eine dabei, ich habe überhaupt die Option!!! Grandios, ich freue mich riesig! 

Und jetzt: ab in den Anzug!

18h50: wir spielen die Bluray, sie sieht phantastisch aus! Das wird ein grossartiger Abend!

15. April 2010

Sie werden so schnell erwachsen... (Gernot und Til) Kaum auf der Welt, schon verlassen die DVDs bereits wieder das Haus. Heute morgen erreichte die Lieferung aus dem Presswerk unser Vertriebszentrum in Schwartbuck. Sofort machten sich die beiden unermütlichen Mitarbeiter Moni und Detlef daran, die über 300 Vorbestellungen einzutüten.

Was passierte nun hier in unserer Kurzetelegramm-Fotostory:
1300 König Ödipus DVDs auf der Palette.
>> Die erste Palette der brandneuen DVD König Ödipus <<
9:00 Uhr: Die erste Teillieferung der neuen DVD "König Ödipus" erreicht das Vertriebszentrum. Die Ware ist ordnungsgemäß verpackt und wird nun unverzüglich in den Logistikbereich des Vertriebszentrums verbracht und dort für den Versand fertig gemacht.
König Ödipus DVDs auf dem Weg zur Post
>> Die erste Lieferung an die Kunden, die die DVD vorbestellt hatten <<
16:00 Uhr: Die erste Teillieferung an die Kunden steht bereit um das Vertriebszentrum Richtung Post zu verlassen und über Nacht den langen und mühsahmen Weg ins ganze Land anzutreten.
Lucy kontrolliert die DVD-Lieferung
>> Kontrolle der Lieferung <<
16:05 Uhr: Kontrolle der Logistik-Managerin Lucy: alles dabei? Erfahrung, Geduld und der unfehlbare Blick fürs Detail sind für diesen Job unabdingbar.
Lucy bewacht den DVD-Transport.
>> Die Lieferung wird bis zum Abtransport scharf bewacht <<
16:07 Uhr: Bis der Fahrer kommt, bewacht Lucy persönlich die Lieferung. "Wenn man nicht alles selbst macht..." schwirrt es ihr dabei vermutlich im Kopf rum.

19. April 2010

Bekenntnisses eines Fehlerteufels (Sven)

Drei Fehler sind mittlerweile leider auf der DVD aufgetaucht - Marginalien im Vergleich zu dem, was alles funktioniert hat. Die ersten beiden seien ein Suchspiel: im Abspann sind zwei Tippfehler.

Der dritte sei hier namentlich erwähnt und für Ausgleich gesorgt: statt wie auf der Texttafel zu "Noten & mehr" auf der zweiten Scheibe angekündigt, findet Ihr nicht drei, sondern nur zwei mp3-Dateien mit Instrumentalstücken aus "Ödipus" auf der Scheibe. Darum gibt es hier einfach das dritte zum kostenlosen Download. Dazu einfach auf "mp3" in der Mitte der Zeile klicken.

Die Wahrheit ist schwer zu ertragen (Instrumental)
König Ödipus
02:28
 

20. April 2010

DVD Oedipus_Öscarnacht
>> Die Öscars <<

Nachtrag zu den Öscar-Nächten (Sven)

Meinen Bericht zu den beiden Premieren unserer DVD in Hamburg und Berlin , die wir nachträglich in "Öscar-Nächte" taufen durften, da Bodo und mir die begehrten Trophäen verliehen wurden, lest Ihr direkt hier auf der König-Ödipus-Seite. Was Ihr zu den Kinoaufführungen in mein  Gästebuch geschrieben habt, könnt Ihr hier zusammengefasst nachlesen.

27. April 2010

DVD Oedipus_Layout Trailer-Titel
>> Animationstest für die Titeleinblendungen <<

Trailer-Edit (Sven)

Und wiedermal ein Trailer. Das schwierigste ist immer die Auswahl: wie erzählt man die Geschichte eines 100-Minuten-Theaterabends in einer Minute, ohne nachzuerzählen, sondern so, dass es spannend ist, das nicht zuviel verraten und doch genug geschildert wird, um interessant zu sein. Dabei sollen auch noch alle Facetten nicht zur des Textes, sondern auch noch von Bodos Schaffen, Können und Talent dargestellt sein, ohne dabei eine "Muckischau" zu werden.

Wir haben 10 Versionen gebraucht, um dahin zu kommen. Seit heute Abend steht der Schnitt, die einzelnen Bestandteile sind nun zur Übergabe ans Animationsprogramm exportiert worden. Diese Arbeit mache ich, wenn ich aus Berlin vom Admiralspalastsauftritt zurückkomme, also am Donnerstag und Freitag. Spätestens am Mittwoch muß der Trailer fertig sein, um am Donnerstag im Kulturkaufhaus Dussmann zur Präsentation im Schaufenster zu laufen.

5. Mai 2010

Die letzte Nachtschicht des Jahres (hoffentlich) (Sven)

Das war sie dann hoffentlich - die letzte Nachtschicht dieses Jahres. Um kurz nach 2 bin ich heimgegangen - ein Fortschritt gegenüber dem Vortag, da war es kurz nach 3. Warum schon wieder dieser Streß? Wegen des Trailers. Er soll natürlich mindestens genauso dicht, packend, spannend und atemberaubend werden wie das Theaterstück, für das er Werbung machen wird - und durch den "Antigone"-Trailer liegt die Meßlatte für die Animationen ebenfalls hoch.

Doch nun ist es schon weitestgehend geschafft. Ich brauche eine funktionierende Fassung für Donnerstag, für den Release bei Dussmann. Kann aber gut sein, dass ich mir für ein paar finetunings noch Zeit bis kommenden Montag nehmen werde, bevor ich das Ding dann hier auf die Website stelle.

6. Mai 2010

Es ist halt immer dasselbe (Sven)

Wiedermal ist beim Rendering über Nacht etwas schiefgegangen. Eine von über dreihundert Ebenen der Komposition war nicht richtig geschaltet. Gut, ich werde ja effizienter, was das Arbeiten mit After Effects angeht, und so werde ich nicht den ganzen Trailer nochmal rendern, sondern nur die defekten Teile austauschen und dann alles auf DVD ausspielen.

Gernot war gestern Abend meine Rettung: er fand noch heraus, dass der Trailer heute bei Dussmann ohne Ton gezeigt werden wird. Er läuft nämlich in den drei Stunden vor der Veranstaltung in der Dauerschleife innerhalb der Verkaufsräume - da kann natürlich nicht die ganze Zeit Bodo "dudeln". Insofern muss ich nur das Bild in Ordnung bringen, für die Mischung habe ich noch etwas mehr Zeit.

12. Mai 2010

DVD Oedipus_Trailer

Der Trailer ist fertig! (Sven)

Es war doch noch eine Nachtschicht nötig, jetzt ist er fertig. Sieht aus wie großes Kino - ist es auch.

Schaut Euch auf jeden Fall die Hi-Res-Version an (mit Klick auf die Lupe im Player), denn es gibt viele Details zu entdecken.

König Ödipus - Trailer
König Ödipus
4:17

Der Trailer zur "König Ödipus"-DVD gibt einen sehr guten Einblick in das Werk und zeigt, was einen erwartet. Kaum zu glauben, dass das alles in nur 120 Minuten stattfindet!


21. Mai 2010

>> Der 4. Werkstatteinblick vom 21.5.10 <<
Aktueller Werkstatteinblick (Sven) Den vierten Werkstatteinblick drehten wir am Tag nach der Premiere im Abaton-Kino, alle noch reichlich übermüdet. Wir berichten live von der Premiere und man sieht einen Ausschnitt aus Bodos Dankesrede. Wir erzählen von der anstrengenden Postproduktion und zeigen Euch Aufnahmen von einer der vielen Render-Rechner-Bastelnächte. Ferner gibt's exklusiv die Theaterversion des Antigone-Trailers sowie einen Ausschnitt aus dem Interview mit Carl dem Löwen, das im Bonusmaterial der DVD enthalten ist.

Nachträge

Rückblick (Til) Am 6. Mai fand die offizielle Handelspräsentation der "König Ödipus"-DVD im Dussmann KulturKaufhaus statt. Gernot hat Fotos gemacht, die könnt Ihr an dieser Stelle anschauen. Den kurzen Vorbericht könnt Ihr  hier lesen.

2. Auflage der DVD (Til) Hier geht es zur Seite, die am 30. November 2010 über die 2. Ausgabe informierte. Wenn Euch interessiert, was Leute schreiben, die die DVD bereits gekauft haben, dann schaut Euch im Shop die Kommentare gleich unter den Videos an.

ZDFtheaterkanal (Til) Im Dezember 2010 lief König Ödipus im ZDFtheaterkanal! Mehr Infos und Zuschauerreaktionen findet Ihr unter dem Link.


cover ödipus
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